Richard Gere streitet beim Edelmenü in „The Dinner“

Im Kino

Zwei Ehepaare speisen in einem Luxusrestaurant. Mit den feinen Gerichten kommen in "The Dinner" mit Richard Gere schwere Konflikte auf den Tisch. "The Dinner" spielt in einem amerikanischen Edelrestaurant, doch es ist kein vergnügliches Abendessen für die vier Akteure.

12.06.2017 / Lesedauer: 2 min
Richard Gere streitet beim Edelmenü in „The Dinner“

Streiten beim Dinner im feinen Restaurant (v.l.): Claire (Laura Linney), Paul (Steve Coogan), Stan (Richard Gere) und Katelyn (Rebecca Hall)

Das wird schon klar, bevor der erste Gang des Feinschmeckermenüs auf den Tisch kommt. "Ich gehe da nicht hin, ich habe keine Lust auf diese Leute", jammert Paul (Steve Coogan) seiner Frau Claire (Laura Linney) vor. Diesen "Affen" wolle er nicht sehen. Gemeint ist sein Bruder Stan (Richard Gere), der mit Ehefrau Katelyn (Rebecca Hall) in das schicke Restaurant eingeladen hat.

Vorlage ist der Bestseller "Angerichtet"

Es sind zwei gegensätzliche Brüder: Paul, ein psychisch kranker früherer Geschichtslehrer, der ständig bitterböse Seitenhiebe austeilt. Stan, ein glatter, karrierebewusster Politiker, der im Wahlkampf für einen Gouverneursposten steckt. Das höfliche Geplänkel zwischen den Paaren nimmt schnell ein Ende.

Vorlage für "The Dinner" ist der Bestsellerroman "Angerichtet" des niederländischen Schriftstellers Herman Koch. Der in den USA lebende israelische Regisseur Oren Moverman verlegt das Familiendrama lediglich von Amsterdam an die amerikanische Ostküste, der Konflikt ist der Gleiche: Die Teenager-Söhne der Paare haben ein brutales Verbrechen verübt, eine obdachlose Frau ist das Opfer. Nur die beiden Familien wissen Bescheid, wer die Täter sind.

Streit um Moral und Ambitionen

Während die Kellner Spalier stehen und die teuersten Gerichte auffahren streiten sich die Eltern um die Frage, wie weit sie ihre Söhne decken oder zur Rechenschaft ziehen sollen. Mit jedem weiteren Gang spitzt sich der Streit um Moral und Ambitionen zu.

Mit Rückblenden führt Overman das Verbrechen der Jugendlichen vor Augen. Die vielen Handlungsstränge überfrachten den Film an einigen Stellen, doch mit Hilfe des perfekt besetzten Quartetts wird "The Dinner" zum packenden Kammerspiel-Thriller. Gere brilliert in maßgeschneiderten Anzügen als Politiker, der am Ende mit einem Sinneswandel überrascht.

Von dpa