Richard Siegel vollendet "Three Stages" mit "El Dorado"

Ruhrtriennale in Essen

Im dritten und letzten Jahr der Intendanz von Johan Simons vollendet Richard Siegals seine von Dantes „Göttlicher Komödie“ inspirierte Trilogie mit der Choreografie „El Dorado“. Unter dem Titel „Three Stages“ waren auf Pact Zollverein in Essen neben dieser Uraufführung auch die Arbeiten aus den Vorjahren zu sehen.

ESSEN

28.08.2017, 17:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Richard Siegel vollendet "Three Stages" mit "El Dorado"

Die Tänzer Gus Solomons Jr. (vorne) und Corey Scott-Gilbert in Richard Siegals „El Dorado“.

Die Wanderung durch die drei Jenseits-Reiche führt mit „Model“ zunächst in die Hölle. An den Anfang hat Siegal eine Spiegelbild-Szene gesetzt: Der 34-jährige Corey Scott-Gilbert steht seinem gealterten Ich, Gus Solomons Jr (der 77-Jährige tanzte bei Martha Graham und Merce Cunningham) gegenüber, und sie führen dieselben Bewegungen aus.

Bis Flackerlicht und die düster-laute Soundcollage von Lorenzo Bianchi Hoesch die zehn Tänzer in atemberaubendem Tempo mit schwindelerregenden Pirouetten durch die Qualen von Dantes Inferno jagen. Die Choreografie mit Spitzentanz zu Technoklängen erinnert an Siegals Arbeit „Unitxt“, die das Ballett Dortmund im Februar zeigte.

Richard Siegel verkürzt "Models"

Während Siegal „Models“ verkürzte, wird „In Medias Res“ in voller Länge aufgeführt. In diesem Tanztheater pilgern die Tänzer auf Dantes Läuterungsberg und durchschreiten nach rund 50 Minuten nackt und frisch geduscht die Pforte zum Paradies. Im Fegefeuer passiert vieles gleichzeitig.

Während Gus Salomon Jr ein mehrgängiges Menü serviert wird – und Corvey Scott-Gilbert einen Table-Dance abliefert, müllen die Tänzer mit Erde, Farbe und Requisiten die Spielfläche ein, die sie auch wieder aufräumen, bevor der die Bühne füllende Stoff durch die Himmelspforte gezogen wird – das schönste Bild des Abends.

In "El Dorado" entfällt düstere Hektik

In „El Dorado“ entfällt die düstere Hektik, erkennt das junge Ich sein gealtertes Ego. Nicht nur Musik und Licht sorgen für eine paradiesisch anmutende Atmosphäre, auch Gus Solomon Jr, Corey Scott-Gilbert und die korpulente Statistin als Beatrice sind mit Goldfarbe bemalt. Die Table-Dance-Szene wiederholen nun die Tänzer, und Scott-Gilbert wird effektvoll mit Goldglitzer überschüttet.

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