Richter: Frauen hatten Todesangst

Nachtexpress-Vergewaltiger verurteilt

24.05.2007, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bochum (Foto) Geschlagen, bedroht, gedemütigt und vergewaltigt: Was die Opfer des so genannten «Nachtexpress-Vergewaltigers» über sich ergehen lassen mussten, ist unbeschreiblich grausam. Sieben Jahre lang war der 33-jährige Bochumer ein Phantom. Bis ihm sein letztes Opfer ein Stück der Zunge abbiss. Gestern wurde der Serienvergewaltiger in Recklinghausen zu dreizehneinhalb Jahren Haft plus anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Angeklagte, Vater eines vierjährigen Sohnes, hatte sich wegen seiner schweren Zungenverletzung damals in ärztliche Behandlung begeben müssen. Kurz darauf meldete sich ein anonymer Anrufer bei der Polizei. Danach mussten die einzelnen Taten nur noch zusammengefügt werden. Insgesamt hatte der 33-Jährige zwischen 1999 und 2006 sechs junge Frauen überfallen - die meisten in Bochum. Er lauerte ihnen an den Haltestellen der Nachtexpress-Busse auf, sprang sie von hinten an, hielt ihnen den Mund zu, sprach von Messern und anderen Waffen. «Die Frauen hatten Todesangst», sagte Richter Gerald Sacher in der Urteilsbegründung. Alle litten noch heute unter den brutalen Taten. Manche lebten inzwischen völlig zurückgezogen, könnten keine Beziehung mehr mit Männern eingehen. Drei von ihnen sind gestern noch einmal in den Gerichtssaal gekommen. Das hatten sie während des acht Monate dauernden Verfahrens vorher nur bei ihrer eigenen Zeugenaussage gemacht. Der Angeklagte hatte im Verfahren kaum ein Wort gesprochen. Auch gestern sah er nur still zu Boden. Ganz so, als ob er seine Verurteilung als Schicksal hinnehme. jh Hier und heute