Riesiges Mosaik am Turm erinnert an Arbeitskämpfe

Serie Emscherkunst - Teil 10

Die "Emscherkunst 2016" läuft auf Hochtouren. 24 Kunstwerke können die Besucher noch bis zum 18. September täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr kostenlos besichtigen. Wir stellen die Kunstwerke vor - diesmal Silke Wagners "Glückauf. Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet".

RECKLINGHAUSEN/HERNE

, 10.08.2016, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Silke Wagner hat den Faulturm mit Mosaikfliesen gestaltet.

Silke Wagner hat den Faulturm mit Mosaikfliesen gestaltet.

Zu übersehen ist der über zehn Meter hohe, einstige Faulturm der Alten Kläranlage Herne nicht. Aber bei dieser Emscherkunst muss man sich etwas Mühe mit der Besichtigung machen. Weil die Kläranlage zum Freizeitstandort umgestaltet wird, ist das 600 Quadratmeter große Mosaik nur über einen Uferweg zu erreichen. Vom Museum Strom und Leben in Recklinghausen (Uferstr. 2-4) dauert der Weg mit dem Rad aber nur drei Minuten.

Künstlerin zeigt Kante

Seit 2010 erzählt das Wandmosaik die Geschichte des Bergbaus als Arbeitskampf - von der Massenarmut im Revier 1898 bis zur Entscheidung 2007, die Steinkohlezechen 2018 zu schließen. Die nostalgischen Bildmotive täuschen nicht über die gesellschaftskritiksche Haltung des Kunstwerkes hinweg, die für Silke Wagner typisch ist. Bei den Skulptur-Projekten in Münster schuf sie zum Beispiel 2007 ein Denkmal für das NS-Opfer Paul Wulf, der nach dem Zweiten Weltkrieg seine Zwangssterilisation mutig öffentlich machte.

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