Rituelle Gewalt: Resolution soll Ministerium Druck machen

Arbeitskreis-Sitzung

Satanismus, Psycho-Kulte, Voodoo - rituelle Gewalt äußert sich in vielen Formen. Trotzdem fehlt zu diesem Thema noch immer eine Rechtsgrundlage. Wie die Netzwerkarbeit für die Opfer ausgebaut werden kann, wurde am Mittwoch auf einer Sitzung des Arbeitskreises Rituelle Gewalt diskutiert.

WITTEN

von Von Susanne Linka

, 09.11.2011, 18:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dabei sei der kriminelle Hintergrund klar zu erkennen, erklärte die Beamtin, die Mitglied im bundesweiten Arbeitskreis ist, der sich regelmäßig im Wittener Rathaus trifft. Vielfach spiele Kinderpornographie bei ritueller Gewalt eine Rolle, ordnete sie die Zusammenhänge durch ihre Erfahrungen ein. Da sie im Duisburger Raum auch Kenntnisse über üble Machenschaften nigerianische Zuhälterinnen gewonnen hat, regte sie an, dass die Fachleute im Arbeitskreis künftig ihren Blick auch über den Satanismus hinaus richten sollten: „Voodoo ist zunehmend ein Thema“, sagte sie.

Die im Arbeitskreis zusammengeschlossenen Therapeuten, Berater, Juristen, Polizisten und Sozialarbeiter wollen der Empfehlung folgen. Wie die Netzwerkarbeit für die Opfer ausgebaut werden kann, war auf ihrer Sitzung ein großes Thema. Silvia Eilhardt, die für die Wittener Stadtverwaltung die Aussteigerberatung aus der Satanimus-Szene macht, stieß zudem mit ihrem Vorschlag für eine Resolution auf offene Ohren. „Damit kann ich beim Bundes-Familien- und Justizministerium Druck machen“, freute sich die Berlinerin Renate Schusch darüber. Sie ist die Politische Beauftragte des AktivVerbunds Berlin, eines großen Verbandes von Pflegeeltern. „In diesem Zusammenhang haben wir viel mit sexueller Gewalt gegen Kinder zu tun“, erklärte sie.

Das Schreiben soll zum Ausdruck bringen, wie nötig der weitere Ausbau eines Netzwerkes gegen die Rituelle Gewalt ist. Und was dafür noch fehlt. So mancher der 30 Teilnehmer aus dem Bundesgebiet blickte sogar etwas neidisch auf Witten. „Polizei, Anwälte, Notare, ambulante und stationäre Betreuung“ listete Arbeitskreis-Gründerin Silvia Eilhardt einiges auf, womit die Ruhrstadt Opfer Ritueller Gewalt schon auffangen kann. Alle Therapeuten in der Runde wünschten sich dringend, dass ihr Wissen um die Opfer schnell in die Polizeistatistiken einfließen kann. Damit die Existenz Ritueller Gewalt nicht länger als ein Hirngespinst abgetan werden kann. So wird darüber nachgedacht, eine Statistik zu erstellen, an der auch die Polizeibehörden nicht mehr vorbeikommen können.