RKI: „Risiko einer weiteren starken Zunahme der Fallzahlen ist deutlich erhöht“

Coronavirus

Das RKI warnt vor einer „sehr hohen Gesundheitsgefährdung“. Ursächlich dafür seien diffuse Ausbruchsgeschehen und die starke Ausbreitung der Variante B.1.1.7.

Berlin

15.03.2021, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das RKI warnt vor einer „sehr hohen Gesundheitsgefährdung“.

Das RKI warnt vor einer „sehr hohen Gesundheitsgefährdung“. © picture alliance/dpa

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt weiter an. Am Sonntag lag die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner - bei 79 (Vortag: 76,1), wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag mitteilte.

Am Sonntag der Vorwoche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz 66,1 betragen. Unterdessen stieg in Schleswig-Holstein die Inzidenz am Sonntag auf über 50. Damit liegen wieder alle Bundesländer über der für Corona-Lockerungen wichtigen Marke.

Am Sonntag meldete das RKI 10 790 Corona-Neuinfektionen - 2687 mehr als noch vor einer Woche. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 70 weitere Todesfälle verzeichnet.

Weiterhin „sehr hohe Gesundheitsgefährdung“

Im Situationsbericht des RKI vom Sonntag heißt es zudem: „Das RKI schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein.“ Folglich fällt auch die Prognose für die kommenden Tage eher düster aus: „In den letzten Tagen hat sich der Anstieg der Fallzahlen beschleunigt. Das Risiko einer weiteren starken Zunahme der Fallzahlen ist deutlich erhöht“, heißt es dazu weiter im Bericht des RKI.

Ursächlich für die hohen bundesweiten Fallzahlen seien zumeist „diffuse Geschehen mit zahlreichen Häufungen insbesondere in Haushalten, im beruflichen Umfeld und in Alten- und Pflegeheimen“.

Anteil der Virusvarianten nimmt weiter zu

Als eine Grund wird unter anderem auch die zunehmende Verbreitung der Virusvarianten im Bericht des Robert Koch-Institut angeführt: „Der Anteil der besorgniserregenden Virusvarianten (VOC) nimmt in Deutschland zu. Modellierungen der Ausbreitungsdynamik gehen von einer Zunahme der Inzidenz der Variante B.1.1.7 aus.“

Unterdessen haben mehrere Bundesländer Konsequenzen aus den Kürzungen der Impfstofflieferungen durch den Pharmakonzern Astrazeneca angekündigt. Thüringen stoppte deshalb die Terminvergabe für Impfungen und verschob den geplanten Start von Impfungen bei Hausärzten. Auch in Hamburg können unter 80-Jährige nun keine Impftermine mehr vereinbaren.

Sachsen-Anhalt stellt die Impfungen von Polizisten vorerst zurück. In Berlin sollen neue Impftermine gestreckt werden, wie ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung sagte. In Brandenburg sollen alle bisher online gebuchten Impftermine stattfinden - die längerfristigen Folgen seien aber noch offen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Düstere Prognose auch für die Zeit nach Ostern

Mecklenburg-Vorpommern will trotz des weiterhin schleppenden Impfstoffnachschubs die Corona-Schutzimpfungen beschleunigen. Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstagabend in Schwerin sagte, wird künftig weniger Impfstoff für die erforderlichen Zweitimpfungen zurückgehalten. Die Intervalle bis zur zweiten Impfung sollen auf den maximal möglichen Zeitraum ausgedehnt werden.

Astrazeneca hatte am Freitag angekündigt, statt der zuletzt anvisierten 220 Millionen Dosen nur noch 100 Millionen bis zur Jahresmitte an die EU-Staaten zu liefern. Der Konzern begründete dies unter anderem mit Exportbeschränkungen anderer Länder. Die Impfstoffknappheit fällt zusammen mit einer düsteren Prognose, die das RKI bereits vor einigen Tagen für die nächsten Wochen abgegeben hatte.

Für die Woche nach Ostern hatte das Institut höhere Neuinfektionszahlen als rund um Weihnachten prognostiziert. Die Inzidenz könnte dann bei 350 liegen. Als Grund hierfür war auch schon die sich rasch ausbreitende Corona-Mutante B.1.1.7 ausgemacht worden, die erstmals in Großbritannien nachgewiesen wurde.

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