RN-Redakteur mit Urbanatix-Trainer auf dem Weg zum Rückwärtsstalto

Reportage

Die erste Bruchlandung macht vorsichtig. Und ehrgeizig. Wer mit den Trickern von Urbanatix auf die Matte geht, muss mutig sein. Oder ein bisschen verrückt. Oder beides. RN-Redakteur Dominik Möller hat beim Training mit Besnik Selimaj im Turnzentrum seinen inneren Schweinehund überwunden und einiges erlebt.

BOCHUM

17.08.2013 / Lesedauer: 5 min
RN-Redakteur mit Urbanatix-Trainer auf dem Weg zum Rückwärtsstalto

RN-Redakteur Dominik Möller trainiert mit den Trickern von Urbanatix. Eine Reportage.

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Trainieren wie das Urbanatix-Team

RN-Redakteur Dominik Möller hat sich mit Besnik Selimaj im Turnzentrum Bochum getroffen, um mehr über die Faszination von Akrobatik, Körperbeherrschung und Rückwärtssalti zu lernen. Herausgekommen ist eine Trainingseinheit, in der er mehr als nur den inneren Schweinehund überwinden musste. Es geht um Höhenangst, Lockerheit und unfassbaren Muskelkater.
16.08.2013
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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Schlagworte Bochum

Ich schnipse meine Kippe weg und gehe langsam zum Eingang. Die Anspannung ist nicht weniger geworden – ich habe keine Ahnung, was jetzt auf mich zukommen wird. Ich kenne bislang nur fiese Videos vom Urbanatix-Training. Und die Show. In der Halle ist es fast wie draußen. Wirklich viel los ist nicht. Besnik, mein Trainer, ist da, außerdem die beiden Tänzer Natalia und Bouni. Sie wollen trainieren. Ich auch. Dass der Andrang überschaubar ist, ist für mich Fluch und Segen zugleich. Die Tänzer trainieren miteinander – und Besnik zeigt mir, wie sich die Straßenartisten aufwärmen. Halb so wild, denke ich. Es geht los.

Mit Körper stabilisierenden Übungen (KSÜ) beginnt meine Einheit. Ein bisschen Liegestützen, ein paar Bauchmuskelübungen – dann wird gedehnt. Ausdauernd. „Es ist wichtig, dass du auf deinen Körper achtest“, sagt Besnik. Er ist 27 und macht das hauptberuflich. Er wird schon wissen, was er macht, denke ich. Und er weiß es tatsächlich. Der Körper ist auf Betriebstemperatur. Dabei haben wir eigentlich noch gar nicht viel gemacht – ich schwitze. Besnik nicht. Ich stutze. Kurz.

2009 ist Besnik Selimaj über ein Casting zu Urbanatix gekommen. Seine Wurzeln liegen im Kampfsport. Er hat Taekwon Do gemacht, Kung Fu und Thaiboxen. Aber irgendwann waren ihm die Bewegungen zu festgefahren. Es waren immer die gleichen Routinen. Er wollte frei sein. Frei von sportlichen Zwängen. Ein Video bei Youtube machte ihm klar, was er machen wollte. „Ich habe gesehen, wie sich die Jungs bewegt haben – das wollte ich auch“, sagt der 27-Jährige. So kam er zum „Martial Arts Tricking“. Tricking, das ist eine Mischung aus Kampfsport und Turnen.

Während es beim Turnen darum geht, die Übungen möglichst perfekt auszuführen, geht es beim Tricking vornehmlich um Stil. Es ist quasi die moderne Form des Freibadposings. Also mit breiten Schultern und feistem Grinsen spektakulär vom Drei-Meter-Brett ins Wasser springen, um den Mädels am Beckenrand zu imponieren. Soweit sind wir allerdings noch nicht. Wir starten mit den Grundlagen.

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RN-Redakteur Dominik Möller hat sich mit Besnik Selimaj im Turnzentrum Bochum getroffen, um mehr über die Faszination von Akrobatik, Körperbeherrschung und Rückwärtssalti zu lernen. Herausgekommen ist eine Trainingseinheit, in der er mehr als nur den inneren Schweinehund überwinden musste. Es geht um Höhenangst, Lockerheit und unfassbaren Muskelkater.
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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RN-Redakteur Dominik Möller legt sich beim Training auf dem Trampolin richtig ins Zeug. So hat er am Ende auch raus, wie ein Rückwärtssalto funktioniert.© Sebastian Ritscher
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Schlagworte Bochum

Auf dem weichen Schwingboden der Turner übe ich, ein Rad zu schlagen. Bei Besnik sieht das ziemlich einfach aus. Bei mir eher ungelenk. Dass ich rund einen Kopf größer bin als mein Trainingspartner zählt nicht. Aber ich will lernen. Deshalb bin ich hier. „Versuch, deine Hände länger am Boden zu halten“, sagt Besnik. Witzig, denke ich. Hände und Füße gleichzeitig auf dem Boden, das funktioniert irgendwie nicht. Selbst Beton ist beweglicher als meine steifen Knochen.

Nach der ersten Bahn hab ich einen Rhythmus. Nicht, dass das die Beweglichkeit fördern würde, aber: Ich habe einen Rhythmus. Immerhin. Es ist ein Anfang. Den ersten Tagesordnungspunkt habe ich überstanden. Ich lebe noch, bin unverletzt. Es läuft. Besnik will, dass ich einen Handstand mache – und direkt im Anschluss eine Rolle vorwärts. Er hilft mir, sagt er. Mir könne nichts passieren, sagt er. Ich mache. Mit Hilfestellung klappt‘s. Ich bin überrascht. Und ein bisschen stolz. Auf mich, meinen Handstand und meine Rolle vorwärts.

Jetzt soll ich es alleine versuchen. Das schaffe ich, denke ich. Falsch gedacht. Als ich auf meinen Händen stehe, sacken meine Arme weg. Mein Nacken trifft zuerst auf die Matte, der Rest meines Körpers sackt nach. Ich sehe Sterne. Scheiße, das tat weh. Besnik ist sofort zur Stelle, fragt, ob alles gut ist. Im ersten Moment bin ich unsicher. Immerhin: Es hat nicht geknackt. Kein Blut, kein Foul – ich schüttel mich, trinke einen Schluck Wasser. Alles gut. Es kann weiter gehen. Die Bruchlandung nötigt mir Respekt ab.

Ich denke an Polizeihauptkommissar Rolf Greulich, der mir erst vor wenigen Tagen erzählt hatte: „Die Physik eines Unfalls ist erbarmungslos.“ Jetzt weiß ich, was er meinte. Auch wenn es ein völlig anderer Kontext ist. Ich bin ehrgeizig. An meinem Ziel, nach dieser Trainingsstunde etwas zu können, was ich vorher nicht konnte, halte ich fest. „Sollen wir einen Rückwärtssalto probieren?“, fragt Besnik. Ich bin unsicher, höre mich aber „Ja“ sagen. Wir gehen zu einer Trampolinbahn. Nach ein paar Trockenübungen – springen, Beine anziehen, Beine halten, landen – gehen wir aufs Trampolin.

Hinter der Bahn liegen dicke Matten, auf denen ich landen soll. Bevor er es ernst wird, gewöhne ich mich an Trampolin und Matte. Ich falle weich. Eine Erkenntnis, die mich nach meiner Bruchlandung irgendwie beruhigt. Nach ein paar Anläufen und einer kleinen Pause klappt‘s. Mit Besniks Hilfe – aber: es klappt. Ich springe ab, drehe rückwärts und lande wieder auf den Füßen. Ein gutes Gefühl. „Du stehst das Ding locker“, sagt Besnik. Trotzdem belassen wir es dabei.

„Es ist wichtig mit einer Sache aufzuhören, wenn es einmal gut geklappt hat. Dann erinnert sich der Körper beim nächsten Mal an den Bewegungsablauf“, sagt Besnik. Bevor er Tricker wurde, war er Student. Das Studium hat er allerdings geschmissen, als er anfing bei Urbanatix mehr Verantwortung zu übernehmen. Im Normalfall trainiert er nicht mich, sondern die Tricker und Trampoliner der Urbanatix-Crew.

Dass der letzte Härtetest noch vor mir liegt, habe ich gar nicht auf dem Schirm. Besnik klettert auf eine etwa vier Meter hohe Holzkonstruktion. Ich folge ihm. Warum, weiß ich nicht. Wir stehen oben, gucken auf die so genannte Schnitzelgrube. Sie ist voll mit Schaumstofffetzen, oben drauf liegen zwei dicke blaue Matten. Wir quatschen kurz. Dann springt er. Dann ich. Nach anfänglichem Zögern. Wir wiederholen das Prozedere. Geschafft. Feierabend.

Ich bin platt. Besnik nicht. Zumindest wirkt er nicht so. Einen einhändigen Handstand will ich noch ausprobieren. Und kriege es tatsächlich hin. Ich bin zufrieden. Besnik auch. „Der Weg zum gestandenen Trick ist weit. Das war doch schon ganz gut“, sagt er. Hätte ich allerdings im Vorfeld gewusst, welchen unfassbaren Muskelkater diese Trainingseinheit auslösen würde – wahrscheinlich wäre ich zuhause geblieben. Ich wäre schmerzfrei. Aber um eine Erfahrung ärmer. Ich werde zurückkehren ins Turnzentrum. Soviel steht fest. So lange, bis ich den Rückwärtssalto ohne Hilfestellung schaffe.