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Robiné und Schaad ausgezeichnet

Bochumer Theaterpreis

Dimitrij Schaad und Nadja Robiné sind die Träger des Bochumer Theaterpreises 2011. In den Kammerspielen wurden die beiden Schauspieler am Sonntag ausgezeichnet. Hermann Beil bekam den Bernhard-Minetti-Preis des Freundeskreises.

BOCHUM

von Von Ronny von Wangenheim

, 13.11.2011
Robiné und Schaad ausgezeichnet

Verleihung des Bernhard-Minetti-Preises und der Bochumer Theaterpreise an Hermann Beil (M.), Nadja Robiné und Dimitrij Schaad.

„Arrivierte Künstler“ – so ganz wollte Laudator Martin Krumbholz diesen Begriff nicht mit der 31-jährigen Nadja Robiné verbinden. Doch wenn man ihn nicht mit Lebensalter verknüpft, sondern, ob jemand in seinem Beruf angekommen ist, dann passt der Theaterpreis hervorragend zu der Künstlerin, die sich als Medea erstmals eindringlich dem Bochumer Publikum vorstellte. Krumbholz: „Sie konnte ihre Rolle mit Schönheit und Klarheit ausstatten.“ Der Journalist und Literaturwissenschaftler hat ihre Laufbahn seit Jahren verfolgt, hat sie noch am Schauspiel Essen als Emilia Galotti oder Effi Briest gesehen. Er lobte hier ihre überschäumende Spiellaune. Später habe sie sich mit ihrer Marie in „Woyzeck“ heimlich ins Zentrum der Aufführung gespielt. Auch mit ihrer Roxanne in „Cyrano de Bergerac“ habe Nadja Robiné eine kleinere Figur mit Charme und Witz zum Glänzen gebracht. „Sie ist keine Instinktschauspielerin“, erläuterte Krumbholz, dass sie ihre Rollen mit Intelligenz und Feingefühl erfasse und ausfülle. Der Theaterpreis kommt für die hochschwangere Nadja Robiné gerade recht, jetzt, wo sie gezwungen sei, drei Monate überhaupt nicht auf der Bühne zu stehen. Die Schauspielerin sagte: „Ich vermisse die Bühne jetzt schon.“

Er gehöre zu den akribischst vorbereiteten Schauspielern, erzählte Chefdramaturg Thomas Laue über Dimitrij Schaad. Der freute sich über den Bochumer Theaterpreis, Kategorie Nachwuchs. „Mein Schauspiellehrer sagte, es würde mir gut tun, möglichst bald eins auf die Fresse zu bekommen,“ erzählte der Schauspieler: „Ich bekomme viel lieber Preise.“ Als Karl Rossmann in „Amerika“, aber auch mit Rollen in den „Labdakiden“ und oder „Die Jungfrau von Orleans“ hat er Zuschauer und Jury überzeugt. Dass Schaad dafür dankte, dass er „mit und gegen die Regisseure“ seine Figuren auf der Bühne entwickeln könne, kennzeichnet den Schauspieler, der auf den Proben viel diskutiert, um dann auf der Bühne möglichst gar nicht so viel sprechen zu müssen. Laue sagte: „Er kämpft solange um seine Figur, bis er so etwas gefunden hat wie Wahrheit.“ In seinem Rossmann finde man eine Mischung aus Tiefe und kindlichem Staunen. Einen Schlüssel zu seiner Person liefert seine Herkunft. Schaad wurde 1985 in Kasachstan geboren, kam erst mit acht Jahren nach Deutschland. Russisch ist seine Muttersprache. „Es gibt noch die zweite Sprache und damit eine zweite Perspektive“, erläuterte Laue. Das spüre man bei seiner Arbeit.