Rocken nach der Babypause

Bochum Die Rückkehr in den Beruf nach der Babypause ist ein Problem, nicht nur in normalen Jobs, auch in der Showbranche. Es kann aber klappen. Beispiel: Rock-Mama Kim Wilde mischte am Samstag die Zeche auf.

11.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Rocken nach der Babypause

Viele, viele alte und eine ganze Menge neuer Fans konnte Kim Wilde bei ihrem Konzert in der Zeche Bochum begeistern.

Über "Kids in America" - so der Titel ihres größten Hits - sang Kim Wilde höchst erfolgreich in den 80ern. Gut eine Dekade später kümmerte sich die ehemals wilde Kim erstmal um die eigenen "Kids" und verlegte sich aufs Gärtnern. Das war aber auf Dauer zu langweilig. Und so tingelt sie nun wieder durch die Clubs. Gott sei Dank. Die fast 47 Lenze junge Blondine ist noch immer für eine Party gut. Das fanden zumindest ihre Anhänger in der proppenvollen Zeche und feierten die Zurückgekehrte schon bei der Eröffnungsnummer "Chequered Love" ab.

Trällender Spaß

Und auch die Pop-Rückkehrerin hatte Spaß, trällerte überzeugend, ließ die blonde Mähne fliegen und hüpfte in High Heels über die Bühne. Vor allem ihre Gassenhauer aus den 80ern servierte sie mit ihrem Begleitsextett. Ob "The Second Time", "Cambodia" oder "Water On Glass": Die Anhängerschaft schrie jede Zeile mit und tanzte zu der Pop-Rock-Mischung mit Wave-Einschlag ab. Auf der Bühne präsentierte sich Mama Wilde deutlich rockiger und weniger synthielastig als in der Studiofassung. Geschrieben hat fast alle Hits der Wilde-Bruder Ricky, noch immer Gitarrist in ihrer Begleittruppe. Die kleine Schwester Roxanne als Chorsängerin machte den musikalischen Familienausflug in der Zeche komplett.

Uralt-Nummer

Neben den Uralt-Nummern der ersten Jahre servierte die Wilde-Sippe auch neuere Klänge wie "Perfect Girl" vom 2006er Comeback-Album "Never Say Never". Das feierte das Auditorium kaum weniger euphorisch ab. Mit der anglifizierten "Nena"-Nummer "Anyplace Anywhere Anytime" und der "Depeche Mode"-Komposition "Enjoy The Silence" gab es zwei gelungene Coverversionen, bevor die "Supremes"-Adaption "You Keep Me Hangin' On" den Auftritt beendete. Als Dreingabe servierten die Wilde-Schwestern das nagelneue Duett "Lay Your Weapons Down". Am Ende ging es wieder um Kinder: Die "Kids In America" setzten den Schlusspunkt. Niels Holger Schmidt