Roma-Zuzug: "Die Angst geht um"

Vorstand der Mieterinteressengemeinschaft

Wer sich nicht wehrt, geht unter, meint Hubert Scheuer als alter Gewerkschafter: Und aus diesem Grund geht die Mieterinteressengemeinschaft der Fürst-Hardenberg-Siedlung (MIG) wegen des Roma-Zuzugs und der damit verbundenen Probleme auf die Barrikaden.

von Von Petra Frommeyer

, 02.04.2011, 07:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Autos ohne Kennzeichen, aus denen Öl tropft, stehen auf dem Peine-Gelände.

Autos ohne Kennzeichen, aus denen Öl tropft, stehen auf dem Peine-Gelände.

Jeden Tag führen mindestens sechs Klüngelkerlwagen durch die Straßen, in den Mülltonnen werde herumgewühlt. Hartnäckig hielten sich Gerüchte, dass sich Südosteuropäer für die Gebäude der ehemaligen Gaststätte Haus Kindel, der alten Sparkasse und alten Apotheke an der Lindenhorster Straße interessierten. „Da klingeln angesichts der Schankerlaubnis für den Mundschenk und die Turmstube bei uns alle Alarmglocken“, so Scheuer.Kein Gerücht hingegen sei, dass Roma das Gelände der ehemaligen Brotfabrik Peine an der Bergstraße zum Hausen entdeckt hätten. „Neben Wohnwagen stehen dort jede Menge Autos ohne Nummerschild, aus denen teilweise das Öl tropft. Und es stinkt nach Benzin. Die alten Garagen werden u.a. zum Schlafen genutzt. Das haben Anwohner beobachtet.“ Die beiden Lindenhorster kritisieren Bezirksbürgermeister Helmut Adden: „Angesichts dieser Zustände erst am 4. Mai eine Einwohnerversammlung zur Sicherheit im Bezirk durchzuführen, halten wir für viel zu spät.“ „Nicht jeder Bulgare oder Rumäne ist kriminell, trotzdem zählt hier jeder Tag. Die Zahl der Diebstähle und Einbrüche steigt, die Verdrängung aus der Nordstadt ist bereits in vollem Gange, und die Prostitution ist angekommen, bevor überhaupt von der Schließung des Straßenstrichs die Rede war“, sagt Peter Beuchel. An der Busschleife zur Gartenanlage „Voran“ an der Holthauser Straße hätten Friedhofsbesucher Kondome, Taschentücher und Gummihandschuhe gefunden, die dann vom Ordnungsamt entsorgt worden seien.

Peter Beuchel und Hubert Scheuer fürchten auch um die ausgeprägte traditionelle Kleingartenkultur im Stadtbezirk. In vielen Gartenanlagen gibt es vermehrt Diebstähle und Vandalismusschäden. Einige Hobbygärtner überlegen bereits, ob sie ihr Fleckchen Grün aufgeben.