Romeo und Julia tanzen mit den Labèques Hip-Hop

Konzerthaus

Die bekannteste Adaption von Shakespeares "Romeo und Julia"-Geschichte ist wohl die "West Side Story" von Leonard Bernstein. Aber eine noch spannendere ist "Star-Cross'd Lovers" vom 1980 geborenen Franzosen David Chalmin. Im Konzerthaus Dortmund erklangen am Freitag beide Werke, das von Chalmin mit Hip-Hop-Tänzern als deutsche Erstaufführung. Das Konzert war der Höhepunkt der fünftägigen "Zeitinsel" der Klavier-Schwestern Katia und Marielle Labèque, die am Sonntag mit einem Familienkonzert endet.

DORTMUND

, 29.11.2015, 12:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Romeo und Julia tanzen mit den Labèques Hip-Hop

HipHop-Tänzer wirbelten im Konzert der Labèques über die Bühne des Dortmunder Konzerthauses.

Ein Schmelztigel aus klassischen Klängen, Rockmusik und Hip-Hop ist "Star-Cross'd Lovers" für zwei Klavier, E-Gitarre und Percussion. Choreografiert hat das Stück, das in Zusammenarbeit mit den Labèques entstanden ist, Yaman Okur, der auch für Madonna gearbeitet hat.

Romeo und Julia waren das klassische Paar, das sich mit modernem Ausdruckstanz von den Breakdancern der verfeindeten Familien absetzte.

Spins und Swipes

Und was die fünf Hip-Hoper in diesem Tanz über Liebe, Kampf und Tod an Spins und Swipes mit auf dem Kopf oder den Händen rasant schnell gedrehten Pirouetten auf den Tanzboden zauberten, war atemberaubend und spektakulär. Da staunten auch ältere Zuschauer, die mit HipHop sonst nichts zu tun haben.

Im ersten Konzertteil spielten die Labèques mit den Perkussionisten Raphael Séguinier und Gonzalo Grau 17 Sätze aus Bernsteins "West Side Story".

Raffinierte Bearbeitungen waren das für zwei Klaviere, Trommeln und Trillerpfeifen, und die Schwestern aus Frankreich fanden wunderbare Kontraste zwischen schwungvollem Mambo, jazzigem Groove und zärtlichen Klavier-Sätzen wie in der "Maria"-Ballade.

Neue Formate

Lange war es still um die Labèques, die in den 80er-Jahren so präsent auf den Bühnen waren. Die "Zeitinsel" war ein spannender Einblick in ihre Klavier-Werkstatt in Rom, wo sie neue Formate entwickeln, die in Dortmund auch junges Publikum wie die 40 "Rhino-Kids" des Dortmund Konzerthauses für klassische Konzerte begeisterten.