Rotkreuzler arbeitet als Krankenpfleger in Afghanistan

Erfahrungsbericht

Christian Schuh ist für das Deutsche Rote Kreuz im afghanischen Kandahar unterwegs. In einer Kinderklinik arbeitet er als Krankenpfleger und kehrt von jedem Auslandsaufenthalt verändert nach Hause zurück.

INNENSTADT

von Von Barbara Zabka

, 01.01.2011, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sabir Ahmad, ein kleiner Patient und Christian Schuh im "Schwesternzimmer" der Säuglingsstation.

Sabir Ahmad, ein kleiner Patient und Christian Schuh im "Schwesternzimmer" der Säuglingsstation.

100 Betten stehen zur Verfügung. Doch oft sind mehr als 150 Patienten da. „Es ist unvorstellbar, aber mehrere Menschen teilen sich dann ein Bett“, erzählt Christian Schuh. Viele Eltern sind mit ihren kranken Kindern tagelang unterwegs, um die Klinik überhaupt zu erreichen. „Und während dieser Zeit hat sich der Gesundheitszustand der Kleinen oft drastisch verschlechtert“, so der DRKler weiter. Die Kindersterblichkeit ist hoch – von 1000 Kindern sterben 267 vor ihrem fünften Geburtstag. Christian Schuh ist gerne für andere Menschen da. Hilft, wo immer er kann. In Afghanistan ist er bereits zum zweiten Mal. „Täglich fühlt man persönliche Betroffenheit, denn das Sterben steht hier leider auf der Tagesordnung“, fügt er nachdenklich hinzu.

Von jedem Auslandsaufenthalt kehrt Christian Schuh verändert nach Hause zurück. Die Erfahrungen, die er vor Ort sammelt, kann er nicht so einfach in eine Schublade legen. „Man wird kritischer, man wird genügsamer. Hinterfragt vieles. Wir regen uns auf, wenn der Bus nicht kommt. Aber die wirklichen Probleme liegen woanders!“ Christian Schuh fährt in Krisengebiete, um Hilfe zu bringen. Hilfe, damit die Menschen vor Ort lernen, sich selbst zu helfen. Er bildet aus und leitet an – gemeinsam mit seinem „field-officer“ Jan-Mohammed. In ein paar Tagen kehrt er zurück nach Kandahar. In die frostige, steinige Wüste.