RUB-Student reiste nach Fukushima

Beeindruckende Tour

Fukushima – seit gut einem Jahr sagt dieser Name jedem etwas. Fukushima bedeutet für die meisten Menschen Katastrophe, Atomunglück, Tsunami. Doch Fukushima ist mehr als das. Was es noch alles ist, hat RUB-Student Tobias Bäcker (22) erfahren. Er durfte im Rahmen eines Studienprogramms nach Japan reisen.

BOCHUM

von Von Claudia Staudt

, 16.04.2012, 07:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Reise beworben hatte sich Bäcker, der sich schon lange für Japan interessiert und seit beinahe drei Jahren japanisch spricht, im März vergangenen Jahres mit einem Essay. Darin beschrieb er seine ganz persönlichen Erfahrungen mit der Katastrophe Japans. „Ich habe geschildert, dass ich nach Antworten auf Fragen suche, die ich mir gerne vor Ort, und nicht nur mithilfe der Medien beantworten möchte. In Deutschland wurde Fukushima oft zu einem eigenen politischen Thema gemacht, der Atomausstieg wurde diskutiert. Ich aber wollte wissen, wie es den Menschen geht, die direkt betroffen sind.“ 

Nach einem persönlichen Gespräch mit der japanischen Botschaft war im Februar klar: Tobias Bäcker aus Unna reist nach Japan. Die erste Woche verbrachten die 200 Studenten in Tokio. „Wir haben viele kulturelle Einrichtungen besucht und viele interessante Persönlichkeiten kennen gelernt“, lässt Bäcker seine Reise Revue passieren. Tokio sei spannend gewesen, richtig beeindruckend aber wurde es vor allem in der zweiten Woche. „Mit einem Teil der Gruppe bin ich nach Fukushima gereist.“

Dort konnte sich der Student ein Bild von der Zerstörung durch den Tsunami, das Erdbeben und das Kraftwerk-Unglück machen. „Die Gegend ist noch immer sehr kaputt, die Menschen leben in so genannten Temporary Housings“, erzählt Bäcker. „Es war sehr emotional. Ich habe Menschen getroffen, die mir erzählt haben, dass sie alles verloren haben.“ Das habe ihn bewegt. Ebenso wie die Momente in den Haus-Fundamenten. „Ich war an Orten, wo damals das Wasser des Tsunamis bis zu 15 Meter hoch stand. Dort sind viele Menschen gestorben, Kränze erinnern noch heute daran.“ Dennoch: „Fukushima ist mehr als Zerstörung und Leid“, erzählt Bäcker. „Im Landesinneren, wo auch die Uni Fukushima, die Partner-Uni der RUB, liegt, ist es wunderschön. So wie man sich das alte Japan vorstellt.“

Und wie war das mit der Strahlung? „Das fragen viele“, lacht Bäcker. „Aber nein, ich bin jetzt nicht verstrahlt. Ich war dem Kraftwerk Fukushima nie näher als 60 Kilometer.“ Außerdem messe der Strahlenmesser an der Uni Fukushima nur leicht erhöhte Werte. Statt gesundheitlicher Folgen hat Bäcker also etwas ganz anderes aus Japan mitgebracht: „Freundschaften und Kontakte nach Japan und in die ganze Welt.“