Rückenwind für den Gemeinschaftspavillon

Hustadt

Ein freier Versammlungsort soll er sein, der Gemeinschaftspavillon in der Hustadt. Frei von Ideologie, von Kirche, von Sozialberatung. Über das Finanzkonzept und die Nachhaltigkeit des Pavillons wurde zuletzt diskutiert. Doch die Galeristin Susanne Breidenbach und die Kunstsammlerin Bettina Eickhoff stehen hinter dem Projekt.

QUERENBURG

von Von Benedikt Reichel

, 30.05.2011, 06:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Susanne Breidenbach und die dreijährige Marwanesser gießen die Kräuter in den Beeten am Brunnenplatz.

Susanne Breidenbach und die dreijährige Marwanesser gießen die Kräuter in den Beeten am Brunnenplatz.

Die Erkenntnis, dass ein beratungsfreier Gemeinschaftsort in der Hustadt fehle, sei das Ergebnis der Recherchen von Apolonija Sustersic gewesen, die im Herbst 2008 ausgestattet mit einem Werksvertrag als Artist in Residence in die Hustadt zog. Dass es nun Einzelpersonen, Gruppen und Vereine gibt, die den Brunnenplatz bespielen, sei auf Sustersic zurückzuführen, sagt Breidenbach. „Es ist banal aber doch unheimlich wichtig. Und es ist sehr nachhaltig.“ „Man kann das nicht in Zahlen bemessen“, so Eickhoff. 80 000 Euro bekommt die Künstlerin von der Stadt. Letztere ist zudem für den Bau des Pavillons zuständig. Doch da das Geld für Dach und Abstellraum fehlte, hat Sustersic bei einer Stiftung und dem slowenischen Kulturministerium Finanzmittel beantragt, um das Projekt zu Ende bringen zu können. Die entsprechende Schenkung an die Stadt wurde vor kurzem vom Rat angenommen.

Obwohl ihr Vertrag ausgelaufen war und der Folgevertrag in den politischen Gremien feststeckte, sei die Künstlerin immer wieder in die Hustadt gekommen. „Die Zahlungen der Stadt unterschreiten die angefallenen Kosten“, sagt Breidenbach. Zu viel Geld für Sustersic? Keinesfalls, betonen beide. „Das könnte hier längst fertig sein“, sagt Eickhoff und blickt auf den Pavillon ohne Dach. Der vertragsleere Raum stört sie ebenso wie den Rechnungsprüfungsausschuss. Jetzt aufhören komme aber nicht in Frage. Breidenbach: „Was dann zurück bleibt, ist nicht nur die bauliche Ruine, sondern auch eine seelischen Ruinen für die Menschen der Hustadt.“