Ruf nach härteren Sanktionen gegen Syrien

Nach Giftgasvorwürfen

Nach den neuen Giftgasvorwürfen gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad fordern mehrere Staaten ein hartes Vorgehen. Sollten die Angriffe bewiesen werden, sei mehr als eine internationale Verurteilung notwendig, sagte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius am Donnerstag dem Sender BFM TV.

Damaskus/Paris

von dpa

, 22.08.2013, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Video-Grab des oppositionellen Syrischen Shaam News Network, das nach Angaben der Opposition in Syrien Kinder und Erwachsene zeigt, die nach einem möglichen Giftgaseinsatz von Regierungstruppen am 21.08.2013 im Umland der syrischen Hauptstadt Damaskus getötet wurden.

Video-Grab des oppositionellen Syrischen Shaam News Network, das nach Angaben der Opposition in Syrien Kinder und Erwachsene zeigt, die nach einem möglichen Giftgaseinsatz von Regierungstruppen am 21.08.2013 im Umland der syrischen Hauptstadt Damaskus getötet wurden.

Der UN-Sicherheitsrat konnte sich bei einer Sondersitzung in New York nicht auf eine gemeinsame schriftliche Erklärung einigen. Blockiert wird das 15er-Gremium seit Beginn des seit mehr als zwei Jahren andauernden Konflikts durch Meinungsverschiedenheiten zwischen den westlichen Staaten sowie Russland und China, die Assad unterstützen. Scharfe Kritik kam aus Israel. „Die Welt verurteilt, die Welt untersucht, die Welt gibt Lippenbekenntnisse ab“, sagte der Minister für strategische Angelegenheiten, Juval Steinitz, im Rundfunk. Der israelische Geheimdienst gehe davon aus, dass das syrische Regime Chemiewaffen eingesetzt habe. „Es wurden chemische Waffen benutzt, und dies natürlich nicht zum ersten Mal“, sagte Steinitz. Die gegenwärtige Untersuchung durch Chemiewaffen-Experten der Vereinten Nationen in Syrien bezeichnete er als Witz. „Jetzt die Vorwürfe von vor einem halben Jahr und einem Jahr zu untersuchen - und nicht, was in der letzten Nacht passiert ist - das ist lächerlich.“ Israel halte an seiner Politik der Nichteinmischung in die Angelegenheiten der arabischen Nachbarstaaten fest, betonte Steinitz. Eine Ausnahme wäre eine unmittelbare Bedrohung Israels. Augenzeugenberichte von Kindern Syrische Regimegegner veröffentlichten am Donnerstag mehrere Augenzeugenberichte von Kindern. Ein Video zeigt einen etwa sechs Jahre alten Jungen, der berichtet, wie seine Eltern, Geschwister und der Großvater durch Gas ums Leben kamen. Das verstört wirkende Kind sieht völlig erschöpft aus. Es berichtet von „Schießpulvergeruch“ und beschreibt, wie seine Mutter zu Boden sinkt, sich noch einmal aufrappelt und dann stirbt.