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Ruhr-Uni zeigt Querschnitt ihrer Sammlungen

Ausstellung

Römische Münzen, Gummistiefel, japanische Schriftstücke und ein Plumpsklo aus einer Zeche – was die Ruhr-Universität einen Monat lang im Blue Square zeigt, erinnert entfernt an die moderne Version einer barocken Wunderkammer, eines Kuriositätenkabinetts. Und doch steht dahinter ein völlig anderes Konzept.

BOCHUM

, 03.10.2015
Ruhr-Uni zeigt Querschnitt ihrer Sammlungen

Präsentiert wird die Ausstellung kostengünstig, aber dennoch ansprechend und modern. Unter den in den Werkstätten der Uni gefertigten Tischen und Vitrinen stehen simple Paletten.

Denn die Schau ist ein Querschnitt dessen, was an der Ruhr-Universität zu Forschungs- und Lehrzwecken gesammelt wird – und ermöglicht damit zugleich einen Einblick in die Wissenschaftsgeschichte.

Ausschlaggebend war eine Untersuchung des Wissenschaftsrates der Bundesregierung zur Bedeutung der Hochschulsammlungen, sagt Stefan Schulz, Kustos der medizinhistorischen Sammlung der Ruhr-Universität. So auf das Thema aufmerksam gemacht, veranstaltete er 2012 eine Ring-Vorlesung zu Hochschulsammlungen – und legte damit den Grundstein für das Netzwerk Boscol (Bochum Scientific Collections), in dem sich die Sammlungen der Ruhr-Universität gemeinsam organisieren wollen.

Der Aufbau dieses Netzwerkes stellte ihn zunächst jedoch vor Herausforderungen: „Am Anfang wusste ich nur von drei, vier Sammlungen. Die anderen waren mir unbekannt und es war auch zunächst schwer an die Verantwortlichen heranzukommen“, sagt er.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Die Sammlungen der RUB

Zum ersten Mal sind Objekte aus 13 wissenschaftlichen Sammlungen der Ruhr-Universität in einer gemeinsamen Ausstellung zu sehen. Dafür wird der Blue Square in der Innenstadt zum "Showroom".
02.10.2015
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Eine Dose antikter Münzen aus dem Irak gehört ebenso zur Ausstellung ...© Foto: Benjamin Hahn
... wie verschiedene Mineralien und Erdproben.© Foto: Benjamin Hahn
Geologische Exponate werden in der Ausstellung ...© Foto: Benjamin Hahn
... neben einer Schmetterlingssammlung präsentiert.© Foto: Benjamin Hahn
Die Mischung scheint kurios, doch sie zeigt einen guten Querschnitt durch die Sammlungen der Uni.© Foto: Benjamin Hahn
Deutlich wird die Bandbreite der Forschung.© Foto: Benjamin Hahn
Präsentiert wird die Ausstellung kostengünstig, aber dennoch ansprechend und modern. Unter den in den Werkstätten der Uni gefertigten Tischen und Vitrinen stehen simple Paletten.© Foto: Benjamin Hahn
Kunsthandwerk aus aller Welt gibt es zu sehen.© Foto: Benjamin Hahn
Aber auch Geräte aus dem Bergbau.© Foto: Benjamin Hahn
Schriftstücke zeigt die Ausstellung ebenso ...© Foto: Benjamin Hahn
... wie sie an ihre eigene Geschichte erinnert.© Foto: Benjamin Hahn
Schlagworte Bochum

Dass das Netzwerk inzwischen auf 14 Sammlungen angewachsen ist, habe ihn selbst überrascht. 13 dieser Sammlungen präsentieren nun einige ihrer Objekte in einem modernen und lockeren Ausstellungskonzept. Fast ein bisschen wie eine Mischung aus dem Büro von Indiana Jones und einem Einrichtungshaus wirkt der Showroom im ersten Obergeschoss des Blue Squares – und das ist durchaus beabsichtigt.

„Wir wollten eine Verbindung zwischen der Wissenschaft und den Geschäften der Innenstadt schaffen“, sagt Schulz. Viele der ausgestellten Gegenstände sind frühere Handels- oder Massenware. Seien es die Arbeitsschuhe der Bergleute oder die medizinischen Geräte.

Ausstellung macht Lust

Erst durch die Zeit und die fortschreitende technische Entwicklung bekommen die Gegenstände einen historischen Wert und werden musealisiert. So ist es durchaus nachvollziehbar, warum die Ausstellung auch Gummistiefel aus dem Baumarkt und Porzellan aus dem 1-Euro-Laden zeigt: Irgendwann werden auch diese Stücke einen historischen Wert haben und Ausschluss darüber geben, wie die Menschen des 21. Jahrhunderts gelebt haben.

Und so macht die Ausstellung Lust – auf das Nachdenken über den wissenschaftlichen Wert von Alltagsgegenständen, aber auch darauf, die Sammlungen der Ruhr-Universität noch genauer kennenzulernen. Im Blue Square hat man für einen Erstkontakt nun gut einen Monat Zeit. Danach soll die Schau zunächst an einem Standort noch einmal zu sehen sein - ein genauer Ort steht jedoch noch nicht fest. Benjamin Hahn

„Boscol“ im Showroom im Blue Square, Kortumstraße 90. Geöffnet bis 7. November, Mo-Sa 10-18 Uhr, Eintritt frei.