Ruhr-Universität gründet Allergie-Centrum

Medizin

BOCHUM Neben Berlin und München hat nun auch Bochum ein Allergie-Centrum. Knapp 20 Prozent der Bevölkerung hat schon Erfahrung mit Allergien gemacht. Nicht nur die Häufigkeit der Allergien ist das Problem.

von Von Christian Rothenberg

, 24.11.2009, 18:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Ärzteteam.

Das Ärzteteam.

Beteiligt an dem von der Ruhr-Universität gegründeten Centrum sind die Kliniken für Dermatologie und Allergologie, für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie für Kinder- und Jugendmedizin im St. Josef- und St. Elisabeth-Hospital sowie die Klinik für Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin im Bergmannsheil und die Abteilung für Experimentelle Pneumologie der RUB.Nicht nur die Häufigkeit ist das Problem

"Allergien sind die häufigsten chronischen Erkrankungen des 21. Jahrhunderts", erklärte Eckard Hamelmann (Kinderklinik). Knapp 20 Prozent der Bevölkerung habe schon Erfahrungen mit Allergien gemacht. Ein Problem sei nicht nur deren Häufigkeit. "Allergien schränken sie nicht nur die Lebensqualität ein, sie können auch lebensbedrohlich sein."

Ziel des neuen Centrums ist es, die Patientenversorgung zu optimieren und Ansprechpartner zu benennen. Ebenso soll es eine koordinierte Weiterbildung und die Vernetzung der Forschung geben.

Optimale Behandlung Zur optimalen Behandlung von Allergien empfiehlt Dermatologe Werner Altmeyer eine Hyposensibilisierung. Dabei werden dem Patienten über einen längeren Zeitraum die Allergene in steigenden Dosen injiziert, bis er eine Immunisierung gegen die Antikörper entwickelt. "Die Erfolgsquote liegt bei über 90 Prozent", so Altmeyer. Der Dermatologe begrüßte ausdrücklich, dass "Kompetenzen künftig gebündelt werden und eine Klammer um die verschiedenen Teildisziplinen gebildet worden ist".

Das Allergie-Centrum wird zunächst kein eigenes Gebäude haben. Stattdessen verweisen die beteiligten Stationen die Patienten untereinander, führen regelmäßige interne Treffen sowie eine jährliche Fachkonferenz durch.Außerdem soll eine Forschungsgruppe gebildet werden. "Die kurzen Wege sind der Vorteil", so Hamemann. Auch eine Weiterentwicklung zu einer eigenen Geschäftsstelle ist möglich. "Die optimale Versorgung hängt ab von Strukturen, Erfolgen, Kompetenzen und Geld."

Etwa zwölf Millionen Deutsche leiden an einer Hautallergie. Allein im Ruhrgebiet sind 800 000 Menschen betroffen, wenn im Frühjahr die Bäume wieder ausschlagen. Schlimm wird es, wenn die Krankheit "tiefer rutscht", Bronchien und Lunge befällt. 38 Prozent der Betroffenen leiden an Asthma Bronchiale.