Ruhr-Universität siedelt sich auf Opel-Fläche an

Forschungsbau für 28 Millionen Euro

Einen "zweiten Campus" erobert die Ruhr-Universität Bochum auf dem ehemaligen Opel-Gelände: Mit einem millionenschweren neuen Standort soll hier nicht nur hochwertige Forschung möglich werden - sondern auch hunderte Arbeitsplätze entstehen.

BOCHUM

, 22.09.2016, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ruhr-Universität siedelt sich auf Opel-Fläche an

So wie auf dieser Abbildung könnte "Zess" in Zukunft aussehen.

Mit einem millionenschweren Forschungsneubau siedelt sich die Ruhr-Universität Bochum (RUB) auf dem ehemaligen Opel-Gelände an. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze sprach am Donnerstag bei der Vorstellung des Projektes von einem „Meilenstein“, genauso wie Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Der Grund zur Freude trägt einen komplizierten Namen: Zentrum für das Engineering Smarter Produkt-Service-Systeme , kurz Zess.

Dahinter verbirgt sich aber ein relativ simples Konzept. Auf dem Zess-Gelände sollen Forscher in Zukunft interdisziplinär daran arbeiten, wie man intelligente – also smarte – Produkte entwickeln und mit einer Dienstleistung koppeln kann, um diese anschließend serienreif produzieren zu können. Beispielsweise den 3D-Druck von Metallen.

Mehr Unternehmen locken

RUB-Rektor Axel Schölmerich sieht in der Ansiedlung des Neubaus eine Chance für seine Universität und die Stadt Bochum. Zess biete einen Platz für „technologieorientierte Spitzenforschung“ und solle vor allem als Anker dienen, noch weitere Unternehmen oder Startups auf „Mark 51°7“ zu locken. So lautet der offizielle Name des ehemaligen Opel-Geländes im Stadtteil Laer.  

13.000 Quadratmeter Fläche hat die Ruhr-Uni von der Stadt gekauft. Wie teuer das gewesen ist, wollten am Donnerstag weder Schölmerich noch Oberbürgermeister Eiskirch verraten. Die 28 Millionen Euro für die Errichtung des Gebäudes jedenfalls teilen sich Land und Bund, nachdem die RUB in einem deutschlandweiten Wettbewerb um die Errichtung neuer Forschungsgebäude vor wenigen Monaten als Sieger hervorgegangen ist.

Mindestens 500 Arbeitsplätze

Dass die Ruhr-Universität Zess nicht auf dem eigentlichen Campus im Bochumer Süden errichtet, liegt daran, dass schlicht kein Platz für den 4000-Quadratmeter-Bau war. Im kommenden Jahr beginnt die Aufbereitung der Fläche, 2018 startet der Bau, 2021 soll das Gebäude fertig sein. Mindestens 500 neue Arbeitsplätze werden dann entstehen.

Neben der bereits verkauften Fläche für Zess hält die Stadt Bochum noch zusätzliche 62.000 Quadratmeter Fläche für den Schwerpunkt Technologie auf Mark 51°7 frei. Die Ruhr-Universität hat hierfür ein Vorkaufsrecht. Ob sie das auch tatsächlich in Anspruch nehmen wird, wurde am Donnerstag nicht geklärt. Bochums Oberbürgermeister jedenfalls zeigte sich voller Vorfreude: „Die Ruhr-Universität erobert einen zweiten Campus.“ 

Ehemals Opel
Zu Jahresbeginn hatte der Paketriese DHL angekündigt, ein neues Logistikzentrum auf „Mark 51°7“ zu errichten.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass fast zwei Jahre nach Schließung des Opel-Werkes in Bochum erst ein Viertel der ehemaligen Beschäftigten, denen die Transfergesellschaft bei ihrer Suche half, einen festen Job hat.

Nur rund 450 Ex-Opelaner hätten eine neue Stelle gefunden, berichtet die „Rheinische Post“. Damit drohe 1000 früheren Beschäftigten zum Jahresende die Arbeitslosigkeit.

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