Ruhr-Universität trauert um Hans Mommsen

Bekannter Historiker gestorben

Die Ruhr-Universität Bochum hat den Historiker Hans Mommsen als einen ihrer bekanntesten Professoren gewürdigt. Rektor Axel Schölmerich bedankte sich am Freitag für Mommsens Arbeit am Institut für Geschichte der Universität. Mommsens Lehre ist auch heute noch aktuell.

BOCHUM

06.11.2015, 11:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ruhr-Universität trauert um Hans Mommsen

Der Historiker Hans Mommsen (2005). Foto: Frank Mächler

Hans Mommsen war am Donnerstag im Alter von 85 Jahren gestorben. Mommsen hatte von 1968 bis 1996 in Bochum gelehrt. "Am heutigen Tag unserer Akademischen Jahresfeier und zum Abschluss unseres 50-Jahr-Jubiläums trauern wir um ein herausragendes Mitglied unserer akademischen Gemeinschaft", sagte Rektor Axel Schölmerich am Freitag. "Hans Mommsen war ein international höchst angesehener Wissenschaftler. Die Ruhr-Universität Bochum hat ihm außerordentlich viel zu verdanken."

Mommsen gehörte zur Gründergeneration der Ruhr-Universität. Er lehrte dort als Professor für Neuere Geschichte. In den frühen 70er-Jahren betrieb er die Errichtung des Instituts zur Geschichte der Arbeiterbewegung. 

Bekannter Holocaust-Forscher

Einen besonderen Namen machte sich Mommsen mit seiner Forschung über Nationalsozialismus. Sein letztes Buch erschien 2014. In dem Titel "Das NS-Regime und die Auslöschung des Judentums in Europa" zog er die Bilanz seiner Jahrzehnte langen Holocaust-Forschung.

Mommsen entstammte einer bedeutenden Historikerdynastie. Sein Urgroßvater, der Althistoriker Theodor Mommsen, wurde 1902 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Sein Vater Wilhelm Mommsen lehrte als Ordinarius Geschichte in Marburg, verstrickte sich aber später im NS-Unrechtssystem. Er durfte nach dem Krieg nicht mehr an seinen Lehrstuhl zurückkehren.

Kritik an deutscher Einwanderungspolitk

Mommsens Lehre ist auch heutzutage brandaktuell: In einem Zeitungsinterview sagte er vor kurzem, dass die deutsche Einwanderungspolitik sehr restriktiv sei. "Was da spukt, ist mir suspekt", sagte Mommsen im Gespräch mit der "Augsburger Allgemeinen". Aus wirtschaftlicher Sicht müsse man die Einwanderung "deutlich forcieren."

 

Von dpa.