Ruhr.2010: Entsetzen über Etatkürzung in Vilnius

VILNIUS Der Alptraum jeder Kulturhauptstadt - im litauischen Vilnius ist er wahr geworden. Während die "Kulturhauptstadt 2009" noch Eröffnung feierte, hat der litauische Staat den Etat um 40 Prozent gekürzt. Wäre das auch in Deutschland möglich? "Das halte ich für ausgeschlossen", sagte gestern Hanns-Dietrich Schmidt von der RUHR.2010.

von Von Bettina Jäger

, 19.01.2009, 22:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hanns-Dietrich Schmidt von der RUHR.2010.

Hanns-Dietrich Schmidt von der RUHR.2010.

Litauen steht vor dem Bankrott. Deshalb hatte Präsident Valdas Adamkus das Budget auf 7,24 Millionen Euro zusammengestrichen. Große Teile des (bereits gedruckten) Programms sind gefährdet. Künstler werden einfach wieder ausgeladen. Das Entsetzen in Essen ist groß. "Wir halten das für eine absolute Katastrophe", so Schmidt und spricht damit für die ECOC, das Netzwerk der Kulturhauptstädte. Nicht nur Litauen, auch die Hauptstadt-Idee werde international Schaden nehmen. Er befürchtet einen Präzedenzfall gerade im Osten, wo "Tallin 2011" vor ähnlichen Problemen steht. In Essen gibt's allerdings Entwarnung. Zahlungen etwa des Regionalverbandes sind vertraglich gesichert, für andere gibt es Zusagen von Bund und Land. Ein "Fördervorbehalt" stehe zwar grundsätzlich darin, sei aber reine Formsache.