Ruhrgebietsdichter Hugo Ernst Käufer tot

Mit 87 Jahren

„Unaufhörliche Veränderungen bestimmen den Rhythmus meines Atems/lassen das Leben wie Sand aus mir herauslaufen“. So poetisch, aber auch so ehrlich hat Hugo Ernst Käufer das Vergehen der Zeit beschrieben. Am Freitag ist der Dichter mit 87 Jahren im münsterländischen Legden gestorben.

LEGDEN

, 09.05.2014, 18:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ruhrgebietsdichter Hugo Ernst Käufer tot

Der Ruhrgebietsdichter Hugo Ernst Käufer ist tot.

„Schreiben ist Lebensmittel für mich“, sagte er noch im Februar, als unsere Zeitung ihn besuchte. Der Herbst des Lebens sei sein Thema, sagte er und fügte humorvoll hinzu: „Bei mir ist es wohl eher Spätherbst.“ Seine literarische Bedeutung ist kaum hoch genug einzuschätzen. Der gebürtige Wittener war diplomierter Bibliothekar. 1977 übernahm er die Leitung der Stadtbücherei Gelsenkirchen, wo er die „Literarische Werkstatt“ gründete.

Daraus ging der „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“ hervor – ein Forum, das eine ganze Schar bedeutender Ruhrgebietsschriftsteller wie Liselotte Rauner hervorbrachte. Dieser Respekt vor dem schreibenden Kumpel und Arbeiter war neu, er prägte eine ganze Ära. 130 Bücher hat Käufer geschrieben oder herausgegeben. Er erhielt 2002 den Literaturpreis Ruhrgebiet und 2007 den Verdienstorden des Landes. Einer seiner letzten Texte heißt übrigens „Herbstfeuer“. Darin steht: „Auch wir mit unseren Wunden und Narben sind im Kommen und Gehen schon dem Vergänglichen anheimgestellt.“