Ruhrmuseum zeigt Essens grüne Oasen

Zeche Zollverein Essen

Palmen, wilde Tiere und saftiges Grün soweit das Auge reicht - eingepfercht in eine große, alte Industriehalle. Die Ausstellung "Grün in der Stadt Essen" des Ruhr Museums, bis zum 27. August in Halle 5 der Zeche Zollverein, ist ein einziger Kontrast. Mit mehr als 650 Fotografien, Videos, Pflanzen, Parkskulpturen spiegelt sie die grüne Vielfalt der ehemaligen Bergbaustadt wider - und präsentiert eine tierische Rarität.

ESSEN

, 18.06.2017 / Lesedauer: 3 min
Ruhrmuseum zeigt Essens grüne Oasen

Ein Kontrast von Natur und Industrie: Der Revierpark Nienhausen 1973 mit einer Zeche im Hintergrund.

Von beruhigendem Vogelgezwitscher über Lautsprecher begleitet, schlendern die Besucher durch die grünen Facetten einer ehemals großen Bergbaustadt.

Die Ausstellung des Ruhrmuseums soll zeigen, warum Essen trotz seiner Industrievergangenheit den Titel "Grüne Hauptstadt Europas" bekam.

Starker Kontrast zwischen Natur und Industrie

Viele Schwarzweiß- und Farbfotografien, etwa von Volksgärten, dem Baldeneysee, Gartenstädten wie der Margarethenhöhe, von Essener Kleingartenanlagen und Gartenschauen, dokumentieren diese Entwicklung.

Besonders der starke Kontrast zwischen Industrie und Natur kommt in "Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten" zur Geltung.

Ausstellung hat den einzigen ausgestopfte Hirsch im ganzen Bundesland

Unter den Ausstellungsstücken finden die Besucher auch eine Rarität aus dem Tierreich: einen männlichen Rothirsch (Foto).

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ausstellung Gärten in Essen

24.05.2017
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Viele Tierpräparate sind zu sehen - darunter ein junger Rotfuchs. © Copyright: Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg
Kita-Kinder im Schulgarten der KGV Lunemannsiepen in Essen-Kray im Mai 2016.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Frank Vinken
Die Grabsteine Essener Bürgermeister stehen für ihr Engagement beim ökologischen Ausgleich zur Industrie.© Foto: Tim Vinnbruch
Ein Segelboot aus den 1960er-Jahren schwebt über den Köpfen der Besucher.© Foto: Tim Vinnbruch
Die Skulpturen der Ausstellung stammen aus verschiedenen Essener Parks.© Foto: Tim Vinnbruch
Ein gekachelter See ist die Kulisse für eine Fotoserie zu Essener Seen und Gewässern.© Foto: Tim Vinnbruch
Auch ein Modell der Gartenstadt Margarethenhöhe ist in der Ausstellung zu sehen.© Foto: Tim Vinnbruch
Mit 3D-Brillen können sich die Besucher Fotoserien anschauen.© Foto: Tim Vinnbruch
Schiefertafel mit einer Gartenweisheit aus dem Gemeinschaftsgarten im Siepental.© Copyright: Petra Fiedler, Foto: Rainer Rothenberg
Die Ausstellung enthält viele Karten von den Wäldern und Grünflächen in Essen.© Copyright: Stadt Essen, Foto: Birgit-Kösling-Korth
Von der Brücke Sommerburgstraße aus sieht man die Emscher fließen.© Copyright: Emschergenossenschaft; Foto: Jochen Du
Der Krupp-Park ist eine von Essens grünen Anlagen.© Copyright: Stadt Essen; Foto: Johannes Kassenberg
Der Schurenbach an der Schurenbachhalde wirk von Menschen unberührt.© Copyright: Stadt Essen; Foto: Rainer Schlautenbach
Diese Heuschrecken, Landschnecken und Schleiereulen-Gewölle stammen vom Gelände der Zeche Zollverein.© Copyright: Stadt Essen; Foto: Rainer Rothenberg
Der Zollverein Park verbindet Industrie und Natur.© Copyright: Stadt Essen; Foto: Michael Lorenz
Das Vogelschutzgebiet Baldeneysee beherbergt viele Arten.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Horst W. Bühne
Eine Bachstelze füttert ihr Junges.© Copyright/Foto: Andreas Schäfer
Farbenterrassen der Gaststätte Baldeneyer Fähre am Baldeneysee
Schauspieler während der Aufnahmen für den Film "Rund um den Baldeneysee" am 28.05.1954.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Clemens Sauerland
Die Passagierfahrten am Baldeneysee beginnen im Juni 1933.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Anton Meinholz
Besucher fahren mit einer Kleinbahn bei der Reichsausstellung des deutschen Gartenbaus 1938.© Copyright: Stadt Essen; Foto: Willy van Heekern
Die erste Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung (GRUGA) im Grugapark 1929. Im Hintergrund erkennt man das Terrassenrestaurant.© Copyright: Stadt Essen; Foto: Willy van Heekern
Der zweite Tag der Eröffnungsveranstaltung im Gruga Park zur Grünen Hauptstadt Europas 2017.© Copyright: Stadt Essen; Foto: Jochen Tack
Eine Friedhofsgießkanne: Viele Essener Friedhöfe sind als Parkanlagen angelegt.© Copyright: Stadt Essen, Verwaltung Südwestfriedho
Die Einsegnungshallen am Essener Südwestfriedhof im August 1956.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Kurt Hartung
Die Parkanlage Moltkeplatz mit Blick auf die Kirche der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde © Copyright: Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg
Der Essener Stadtwald im Jahr 2016.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Michael Lorenz
Auch Gartenzwerge gehören zu den Essener Gärten und denen des Ruhrgebiets dazu.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg
Ein Kontrast von Natur und Industrie: Der Revierpark Nienhausen 1973 mit einer Zeche im Hintergrund.© Copyright & Foto: Regionalverband Ruhr
Die "Park Sounds" 2017 im Stadtgarten.© Copyright: Stadt Essen; Foto: Jochen Tack
Ein Teppichbeet im Essener Stadtgarten 1889.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Heinrich Leimkühler
Die Villa Hügel im Essener Stadtteil Bredeney wurde 1870–1873 von Alfred Krupp errichtet. Auch sie ist von einem großen Park umgeben.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Klaus-Peter Prengel
Dieses Ölgemälde von Wilhelm Troost zeigt das Schloss und Dorf Borbeck im 18. Jahrhundert.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg
1964 lag noch viel Smog über der Zinkhütte Borbeck.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Walter Moog
Ein Aquarell von Heinrich Kunolt zeigt die Bohrmühle an der Spillenburg zu Beginn des 19. Jahrhunderts.© Copyright: Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg
Ein weiterer Kontrast: eine Lore aus dem Bergbau vor Blumen-Fotografien.© Foto: Jochen Tack

Es handele sich bei dem Exemplar laut Ruhrmuseums-Leiter Heinrich Theodor Grütter um den einzigen ausgestopften Hirsch in ganz NRW.

Kunstrasen schmückt die gesamte Schau

Auch andere Tierarten zeigt die Schau in Glasvitrinen und Holzboxen - von der Wildkatze über Füchse und Waschbären bis zu Tauben und Greifvögeln.

Die Präsentation von "Grün in der Stadt Essen" ist interessant. Auf Podesten ist Kunstrasen verlegt, auf dem wiederum große grüne Holzboxen stehen.

Masse an Ausstellungstücken wirkt überladen

Dutzende Plastiktulpen auf den Rasenflächen verleihen der Ausstellung einen bunten, verspielten Ausdruck. Teils wirkt sie jedoch durch die Masse der Ausstellungsstücke etwas überladen.

Blickfänge sind besonders die großen Objekte. Die auffällig rot-weiß lackierte Lok, die 1959 anlässlich der Bundesgartenschau in Dortmund gebaut wurde, sticht ebenso heraus wie das Segelboot aus den 1960er- Jahren, das über den Köpfen der Besucher von der Decke hängt.

Skulpturen aus Stadtparks sind die Schmuckstücke

Skulpturen aus diversen Parks sind ebenfalls zu sehen. Sie seien der "Schmuck der Gärten" sein, so Grütter.

Über einen gekachelten See in verschiedenen Blautönen schreiten die Gäste auf einer hölzernen Brücke. Das künstliche Gewässer setzt einen willkommenen Farbtupfer in die Mitte der grün-dominierten Ausstellung. Fotografien der Essener Seen und Gewässer stehen auf Stelzen mittendrin.

Grabsteine engagierter Bürgermeister aufgestellt

Auch Grabsteine reihen sich im hinteren Teil aneinander. Sie wertschätzen die Bürgermeister Essens - Zweigert, Schmidt-Imhoff, Holle - die viele landschaftsplanerische Ideen umgesetzt haben.

Sie haben Ackerland an der Ruhr angekauft, Wälderangepflanzt und Friedhöfe in Form von Gartenanlagen gestaltet.

Fotografien stellen Bürgerprojekte vor

Einen Ausblick in die grüne Zukunft der Stadt Essen soll die Schau ebenfalls bieten. Fotografien einiger von rund 200 Bürgerprojekten, der vielen neu geschaffenen Plätze und Räume für Parkanlagen oder des kürzlich teilweise zum Baden freigegebenen Baldeneysees.

"Wir sind gerade am Anfang einer grünen Dekade", sagt Grütter zu diesemAusstellungsbereich.

Besucher können Luftbilder durch eine 3D-Brille betrachten

Es ist eine Familienausstellung, die mehr Freude an der Natur wecken soll. In einem abgegrenzten Studio können sich die Besucher an einem großen Bildschirm 3D-Foto-Serien mit Luftbildern von Essener Wäldern und Parks mit einer entsprechenden Brille anschauen.

Insgesamt bietet die Ausstellung spannende Blicke auf und tiefe Einblicke in die grüne Geschichte Essens.

: "Grün in der Stadt Essen", bis 27.8., Areal A , Gelsenkirchener Straße 181, Mo-So 10-18 Uhr, Katalog: 19,95 Euro.