Ruhrtalradweg rollt voran

WITTEN 130 000 Nutzer seit der Eröffnung des Ruhrtalradweges Ende April 2006 - diese Bilanz kann sich sehen lassen. Radler sind an den Rezeptionen der Hotels entlang der 230 km langen Strecke von Winterberg bis Duisburg offenbar keine Seltenheit mehr.

von Von Susanne Linka

, 05.11.2007 / Lesedauer: 3 min
Ruhrtalradweg rollt voran

Die Macher sind zufrieden: Der Ruhrtalradweg ist beliebt.

 Jetzt gilt es, die Attraktionen am Radweg noch besser herauszustellen. „Die Zeche Nachtigall braucht einen Biergarten, denn Radler haben Durst.“ Dr. Dieter Nellen, der Geschäftsführer der Ruhrgebiets Tourismus GmbH, ist davon überzeugt, dass ein solches Angebot den Museumsstandort als Attraktion am Ruhrtalradweg noch weiter nach vorne bringen würde.

Grund zur Zufriedenheit hat er allemal, denn die Strecke hat sich seit ihrer Eröffnung Ende April 2006 zu einer der erfolgreichsten Radrouten Deutschlands entwickelt. „Wir wollen unter die Top 5 kommen“, hat sich der Bommeraner vorgenommen, noch mehr daraus zu machen.

Hotels profitieren von neuer Form des Tourismus

„130 000 Radler haben die Strecke seit der Eröffnung genutzt“, kann Projektleiterin Meike Uthoff eine „stolze Zahl“ präsentieren. Hotels und Gaststätten profitieren offenbar von dem neuen touristischen Angebot. Hans-Georg Riepe, Mitinhaber des Park-Hotels, schätzt, dass rund 1000 zusätzliche Übernachtungen in der Ruhrstadt auf das Konto des Radwegs gehen: „Wenn ich allein unsere Besuchergruppen an den Wochenenden nehme und das hochrechne, komme ich auf diese Zahl.“

Es sei eine neue Form des Tourismus, für die es mittlerweile einen speziell zugeschnittenen Service gibt: „Für die Gäste, die keinen Mercedes-Schlüssel in der Hand, sondern die Radfahrer-Klammern am Bein haben.“ Gute Unterstellmöglichkeiten für die Räder und der kurze Draht zu einem guten Reparaturservice seien da sehr wichtig.

Jugendhotel ist schwierig zu realisieren

Der Geschäftsführer Nellen wünscht sich als Zusatzangebot ein Jugendhotel für den kleineren Geldbeutel. Doch dieses Ziel scheint eher mittelfristig realisierbar: „Mit so etwas ist schlecht Geld zu verdienen. Da ist der Betreiber schon auf die Förderung durch die öffentliche Hand angewiesen.“

Nellen liebäugelt da ein wenig mit dem neuen Tourismus-Fördertopf des Landes, der interessanten Projekten eine Finanzspritze von 80 % anbietet. Ein so teures Vorhaben wie das Jugendhotel - möglicherweise im alten Herbeder Rathaus - komme da aber nicht so leicht zum Zuge. Ein Investor, der gemeinsam mit der Beschäftigungsgesellschaft Wabe Interesse bekundet hatte, ist offenbar ohnehin wieder abgesprungen.

Eingangsportal für den Ruhrtalweg

Nellen setzt darauf, dass Wittener Ideen verstärkt vorangetrieben werden, wenn der Geschäftsführer-Posten im Stadtmarketing wieder besetzt ist. Dazu gehört auch die Idee einer Art Eingangsportal für den Ruhrtalradweg, auf dem die Stadt für ihre Attraktionen gezielt werben kann.