Ruhrtriennale endet auch 2016 mit Besucherrekord

Festival der Künste

Wieder ein Ruhrtriennale-Jahr vorbei: Sechs Wochen lang lockten Theater, Tanz, Musik und vieles mehr Besucher in alte Industriemonumente im Ruhrgebiet und Zehntausende kamen. Intendant Johan Simons zeigte sich im Rückblick zufrieden - und besonders von einer Aufführung nachhaltig beeindruckt.

BOCHUM

22.09.2016, 14:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ruhrtriennale endet auch 2016 mit Besucherrekord

Mit der Barockoper «Alceste» wurde die Ruhrtriennale eröffnet. Foto: Caroline Seidel

Das zweite Spieljahr der Ruhrtriennale unter Intendant Johan Simons endet erneut mit einem Besucherrekord. Rund 50.000 Menschen verfolgten im Sommer die 200 Veranstaltungen und sorgten für eine Auslastung von 86 Prozent. Den letzten Spieltag an diesem Sonntag hatte der Niederländer in seiner Bilanz bereits eingerechnet.

Simons beeindruckte mit spektakulären Aufführungsorten in monumentalen Industriehallen, auf freiem Feld, an religiösen Stätten oder beim Überraschungskonzert im Kaufhaus.

Tief beeindruckende Kulisse

Der inzwischen 70-Jährige inszenierte in der fast 250 Meter langen Kohlenmischhalle der stillgelegten Zeche Auguste Victoria in Marl das Stück „Die Fremden“. Das komplizierte Musiktheater-Video-Arrangement kam trotz der Länge beim Publikum gut an. Simons zeigte sich am Donnerstag beim Rückblick auf das Spieljahr noch tief beeindruckt von der Kulisse.

„Wer Marl erlebt hat mit der Kohlenmaschine, die sich 200 Meter rückwärts bewegt hat - und dann die Musik. So etwas werde ich in meinem Leben nicht mehr wieder erleben.“ Bundespräsident Joachim Gauck auch nicht. Er war dabei. Die Aufführung wird einzigartig bleiben. Die imposante Kohlenmischmaschine hatte der Betreiber RAG extra für die Inszenierung am Ort belassen. Sie sollte nach dem Zechen-Aus längst verkauft sein.

Mut zum Experiment

Ein großer Erfolg war auch Simons' Eröffnungspremiere mit der Gluck-Oper „Alceste“. Diese sahen allein 6000 Besucher. Auch Alain Platels Tanz-Produktion „nicht schlafen“ feierte eine umjubelte Premiere. Mut zum Experiment bewies die Regisseurin Susanne Kennedy mit ihrem befremdlichen, installationsartigen Schauspiel „Medea.Matrix“, bei dem Birgit Minichmayr die Hauptrolle innehatte.

Das dritte Triennale-Jahr unter Simons startet am 18. August und endet am 30. September 2017. Zum Programm wollte der Niederländer noch nichts preisgeben. So viel ist aber sicher: Weil er sich viel mit jungen Menschen und ihren Triennale-Wünschen auseinandergesetzt hat, dürfte es auch entsprechende Produktionen geben.

von dpa

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