Russischer Autoverkäufer in Bochum ermordet

Audi R8 mit 610 PS

Zwei Männer aus Bochum sollen einen 29 Jahre alten russischen Autoverkäufer ermordet haben. Er hatte den 29 und 32 Jahre alten Männern einen hochwertigen Sportwagen verkaufen wollen, wie die Staatsanwaltschaft Bochum am Freitag berichtete. Eine Probefahrt fand noch statt, doch was passierte dann?

BOCHUM/TROISDORF

, 27.01.2017, 12:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die beiden Bochumer Männer sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Sie sollen bereits am 16. Januar den Autoverkäufer in Langendreer umgebracht und die Leiche in einem Wald in Witten versteckt haben. Die Tat steht laut Polizei und Staatsanwaltschaft in direkten Zusammenhang mit dem Kauf eines hochwertige Pkw vom Typ Audi R8.

Wie die Ermittlungsbehörden am Freitag mitteilten, sind die beiden Bochumer - 29 und 32 Jahre alt - am 16. Januar nach Troisdorf (Rhein-Sieg-Kreis) gefahren, mit der Absicht, dort einen blauen Audi-R8-Sportwagen zu kaufen. Der Listenpreis für den Sportwagen mit 610 PS und 330 km/h Höchstgeschwindigkeit fängt laut Hersteller bei 166.000 Euro an. 

Probefahrt von Troisdorf nach Bochum

Mit dem 29-jährigen Autoverkäufer war eine Probefahrt vereinbart worden, er war eigens aus Moskau nach Troisdorf angereist, weil dort der Wagen bei Verwandten abgestellt war. Laut Kriminalhauptkommissar Roland Wefelscheidt wollte er den Wagen für 80.000 Euro wieder verkaufen. Die Männer stiegen zu dritt in den Sportwagen für die Probefahrt - die über etwa 100 Kilometer nach Bochum in den Stadtteil Langendreer führte. Dort wohnte der 32-jährige Tatverdächtige und die Verkaufsmodalitäten sollten geklärt werden. Was dann geschah, ist noch unklar. Fakt ist: Der russische Autoverkäufer ist getötet worden. Die beiden Bochumer sind geständig, bezichtigen aber jeweils den anderen der Tat.

Die Verwandten in Troisdorf hatte noch bis zur Mittagszeit des 16. Januars Kontakt zu dem Mann. Ab dem Nachmittag gab es dann aber kein Lebenszeichen mehr. Daraufhin erstattete die Verwandtschaft Anzeige bei der Polizei. Vier Tage später - es gab noch immer kein Lebenszeichen - aber dafür einen begründeten Verdacht, dass das Verschwinden etwas mit dem Autoverkauf zu tun haben muss. Die Mordkommission in Bochum übernahm die Ermittlungen.

Festnahme und Spurensicherung

Am Dienstag (24. Januar) erhärtete sich der Verdacht gegen die mutmaßlichen Autokäufer. Sie wurden festgenommen und gestanden, die Leiche des Russen noch am Tag des geplanten Autokaufs in einem Waldstück im Wittener Stadtteil Durchholz - gut zehn Kilometer von Bochum-Langendreer entfernt - gebracht zu haben. Die Polizei fand den Toten dort am nächsten Tag, die Obduktion bestätigte am Donnerstag (26. Januar), dass es sich um den vermissten Mann aus Troisdorf handelte.

Die Hintergründe zur Tat sind aktuell noch Bestand der laufenden Ermittlungen.

Mit Material von dpa