Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Saisonauftakt mit vier Temperamenten

Konzerthaus Dortmund

Vor 13 Jahren hat Renée Fleming zuletzt im Konzerthaus Dortmund gesungen. Zum Saisoneröffnungskonzert am Dienstag kam sie zurück, und ihre „Karamellstimme“ hat sich verändert.

DORTMUND

, 06.09.2017 / Lesedauer: 2 min
Saisonauftakt mit vier Temperamenten

Sopranistin Renée Fleming sang im festlichen Saisoneröffnungskonzert im Konzerthaus Dortmund.

In den beiden Szenen von Samuel Barber konnte die 58-jährige Sopranistin auch nicht richtig zeigen, ob ihre Stimme leuchten kann. Liedhaft, lyrisch sang sie diese tonmalerischen Werke. Da klang die Stimme sehr klein.

Verwandlung mit Strauss

Auf der Opernbühne macht sich die Amerikanerin inzwischen rar, die Opern von Richard Strauss waren – neben denen von Mozart – ihre Domäne. In Dortmund zeigte sie das noch einmal mit der Verwandlungsszene aus Strauss‘ „Daphne“.

Da war vom Schmelz in dem Sopran noch etwas zu hören, aber die Stimme klang in den hohen Lagen oft scharf. Viel schöner war die Zugabe: das Lied „Morgen“ von Strauss. Beim Liedgesang sollte Renée Fleming bleiben.

Mit viel Elan, forsch und zupackend spielte das „Royal Stockholm Philharmonic“ unter Leitung seines Chefdirigenten Sakari Oramo. Komponistinnen wollen die Schweden stärker in den Mittelpunkt rücken.

Eine stellten sie in Dortmund vor, ihre Landsfrau Andrea Tarrodi. Mit „Liguria“ hat sie ein italienisches Klanggemälde komponiert, in das sich das Orchester lautstark und temperamentvoll hineinstürzte.  

Galopp eines Stürmers

Von den „Vier Temperamenten“, die Carl Nielsen in seiner zweiten Sinfonie präsentiert, liegt das Stürmerisch-Leidenschaftliche den Stockholmern am Besten. Da hörte man die Energie des Reiters mit Schwert im ersten Satz und auch den Galopp des kopflosen Stürmers im Finale.

Und mit dem Träumer, der im zweiten Satz auch Klang-Eleganz hatte, und dem Melancholiker, der danach im Englischhorn seufzte, war die Sinfonie Höhepunkt des Konzerts.  

Musik eines Dänen, gespielt von Schweden und dirigiert von einem Finnen, war keine schlechte Kombination. Und besser als die Zugabe, ein Ungarischer Tanz von Brahms. Die neue Saison im Konzerthaus hat, was Qualität und den Jubel des Publikums betrifft, noch Luft nach oben.