Saisonauftakt nach Maß mit Diana Damrau

Philharmonie Essen

Das Debüt der Star-Sopranistin Diana Damrau mit dem Concertgebouw Orchestra, zugleich ihr erster Auftritt mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock, fand am Donnerstag in Amsterdam statt. Tags drauf begeisterten alle zusammen bei der Saisoneröffnung in der Philharmonie Essen.

ESSEN

, 17.09.2017, 12:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Diana Damrau in der Philharmonie Essen

Diana Damrau in der Philharmonie Essen

Diana Damrau kam diesmal mit Musik von Mozart. In der Arie „L’amerò, sarò costante“ sandte die stimmlich gut disponierte 46-Jährige lyrische Liebesseufzer ins Auditorium. Hengelbrock pegelte das Concertgebouw Orchestra dazu so weit herunter, dass sie in einen zarten Dialog mit dem Konzertmeister eintreten konnte.

Leidenschaftliche Interpretation

Ganz in ihrem Element war die Sängerin in der großen, für den Konzertsaal komponierten Verzweiflungs- und Abschiedsszene „Bella mia fiamma“, die sie leidenschaftlich zupackend interpretierte, strahlend, aber auch satt in der Tiefe.

Vom Publikum besonders gefeiert wurde sie danach für die Soloszene der „Figaro“-Gräfin aus dem dritten Akt der Mozart-Oper. Atemberaubend hier etwa der Stimmungsgegensatz zwischen der klangvoll herausgeschleuderten Enttäuschung und Wut im Rezitativ und der berückenden Innigkeit bei der sehnlichen Erinnerung an glückliche Zeiten in der nachfolgenden Arie. In allen Szenen – leider blieb es bei diesen dreien (es gab keine Zugabe) – war Diva Damrau auch mimisch und gestisch immer voll in der Rolle.

Edle Klangkultur

Das Amsterdamer Orchester entfaltete bei allen Mozart-Stücken seine edle Klangkultur. Die „Don Giovanni“-Ouvertüre strahlte. In der G-Dur-Sinfonie KV 318 spannte Hengelbrock einen großen Bogen, der alle drei Sätze zu einem zusammenzog.

Noch mehr „eigene Note“ bewies der Dirigent bei der achten Sinfonie von Dvorák. Hengelbrock hielt die melodienselige Musik mit feinen Übergängen im Fluss, lotete die emotionale Spannweite effektvoll aus. Und einige Details wie das recht frei vorgetragene Flötenmotiv im ersten Satz oder den Beginn des Adagios, bei dem Flöte und Oboe die übrigen Musiker aus ihrer Lethargie zu wecken versuchten, hatte man so wohl noch nie gehört.

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