Sanierung der Kokerei Hansa: Rost frisst Eisen und Zeit

Emscherallee

Wenn man sich auf eine größere Sanierung einlässt, ist man oft vor unliebsamen Überraschungen nicht gefeit. Diese Erfahrung mussten auch die Verantwortlichen der Industriedenkmalstiftung bei Arbeiten auf der ehemaligen Kokerei Hansa machen. Fragen und Antworten.

HUCKARDE

, 08.07.2016 / Lesedauer: 3 min
Sanierung der Kokerei Hansa: Rost frisst Eisen und Zeit

Der Leiter der Technikabteilung bei der Industriedenkmalstiftung, Paul Georgi, zeigt die Problematik: Erst nachdem viele tragende Teile, sowie diese Hauptstützen, vom Lack befreit worden waren, konnte man die tatsächlichen Schäden erkennen. Und die waren an vielen Stellen deutlich gravierender als erwartet.

Was passiert auf dem Industriedenkmal?

Seit Anfang des Jahres 2015  laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten an den vier ehemaligen Kühltürmen dort. Als Vorarbeit wurden die Holzverkleidungen von den Türmen entfernt, sodass nur noch die Trägergerüste übrig blieben. Diese Metallgerüste werden nun saniert und stehen anschließend als Teil des Denkmals den Besuchern zur Verfügung. 

Wo liegt das Problem?

Eigentlich sollten diese mit rund 1, 7 Millionen Euro veranschlagten Arbeiten bereits Ende 2015 abgeschlossen sein. Doch erst in diesem Juli konnten die beiden westlich gelegenen Türme eingerüstet und somit zur Sanierung vorbereitet werden. Viel später als geplant.

Woran liegt das? 

In der Zeit als die Kokerei in Betrieb war, sind die Trägergerüste der Kühltürme mehrfach mit schützendem Lack überzogen worden. Erst beim Entfernen dieses Lackes an den ersten beiden Türmen hat sich dann gezeigt, wie stark die Trägergerüste wirklich beschädigt waren. 

Das hatte welche Folgen?

Es mussten viel mehr Teile als ursprünglich erwartet ausgetauscht werden, woraus sich zahlreiche Folgeprobleme ergaben. Nicht nur die Sanierungsarbeiten der beiden östlichen Türme verzögerten sich enorm,  sondern vor allem mussten gravierende Veränderungen bei der  Planung der Sanierung der beiden westlichen Türme vorgenommen werden.

Die wie aussehen?

Aufgrund der Erfahrungen, die bei den Arbeiten an den beiden inzwischen sanierten Türmen gemacht wurden, musste für die beiden anderen ein komplett neues Verzeichnis erstellt werden.

Was heißt das genau?

Hinter dem Begriff „Verzeichnis“ verbirgt sich nichts anderes als eine Bewertung des Zustandes der Türme, also quasi ein Gutachten über die zu erwarteten Arbeiten. 

Warum sorgt das für Schwierigkeiten?

Da dieses neue Verzeichnis sich deutlich von dem ursprünglichen unterscheidet, mussten die Verantwortlichen der Stiftung für die Sanierung dieser beiden Türme ein ganz neues Ausschreibungsverfahren durchführen. All das hat zu der erheblichen zeitlichen Verzögerung beigetragen und auch die Kosten erheblich in die Höhe getrieben.

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Die bürokratischen Hürden sind inzwischen überwunden und der Start für den zweiten Teil der Sanierung steht kurz bevor: Am 19. Juli beginnen die Strahlarbeiten an den Trägergerüsten. 

Und wie lange wird es dann dauern bis die Arbeiten abgeschlossen sind? 

Der Plan der Stiftung sieht vor, dass die Sanierung bis Ende 2016 abgeschlossen sein soll. Um diesen Termin halten zu können, wird diesmal - anders als bei den ersten beiden - daher an beiden Türmen gleichzeitig und nicht nacheinander gearbeitet.

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