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Sanierung des Förderturms der Zeche Holland wird deutlich teurer

Gefährdeter Förderturm

Im vergangenen Jahr ging es noch als schlechter Aprilscherz durch Wattenscheid, in diesem Jahr könnte es möglicherweise bittere Realität werden: der Abriss des Förderturms der ehemaligen Zeche Holland. Denn der eigentlich geplanten Sanierung droht eine kaum zu stemmende Kostenexplosion.

BOCHUM

von Von Benjamin Hahn

, 21.03.2013
Sanierung des Förderturms der Zeche Holland wird deutlich teurer

Droht ihm der Abriss? Der Förderturm der Zeche Holland.

Es sollte das Vorzeigeprojekt Wattenscheids werden: Anstelle des maroden Schachtgebäudes sollte rund um den Förderturm der Zeche Holland ein neuer Gewerbekomplex entstehen. Höhepunkt der Anlage wäre der Förderturm samt Aussichtsplattform geworden. Doch diese Pläne sind jetzt bedroht. Denn die Sanierung entwickelt sich zu einer komplizierteren Angelegenheit als ursprünglich angenommen. Als die Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) den Förderturm im Jahr 2011 vom Land gekauft hatte, lag das Gutachten eines Dortmunder Büros vor. Auf dieser Basis wurde ein Sanierungsplan mit einem Volumen von 1,3 Millionen Euro erstellt.

Im Auftrag der EGR untersuchten Experten der Uni Wuppertal nun abermals den Turm. Das Ergebnis: Der Stahl des 1927 auf Zollverein in Essen gebauten und 1962 nach Wattenscheid versetzten Turms ist weitaus stärker angegriffen als in dem Gutachten angenommen. Alleine daraus ergeben sich bisher nicht bezifferte Mehrkosten. Doch das ist nicht das einzige Problem der EGR. Weitere Untersuchungen ergaben, dass die Gründung des Turms ungenügend sei. Die notwendigen Arbeiten, eine Verstärkung des Bodens rund um den ehemaligen Schacht, würden Mehrkosten von rund 870.000 Euro bedeuten. Dies übersteigt deutlich die bisher seitens des Landes NRW zur Sanierung bereitgestellten Fördermittel von 1,3 Millionen Euro. Zugleich können angesichts der neuen Erkenntnisse wohl auch die bereits abgeschlossenen Verträge mit dem Wattenscheider Unternehmer Werner Ollbrink nicht eingehalten werden. Dessen Stiftung „Förderturm Zeche Holland“ sollte im Anschluss an die Sanierung den Turm und das Gelände übernehmen.

Aus diesem Grund prüft die EGR derzeit die Möglichkeiten einer Rückabwicklung des Kaufs vom Land: „Der Turm kann nicht innerhalb der letzten Jahre so stark korrodiert sein“, erklärt EGR-Chef Paul Aschenbrenner. Er erkundigt sich aber parallel auch nach Möglichkeiten, um die Sanierung dennoch über die Bühne bringen zu können. Denn für Wattenscheid hat sich der Förderturm in den letzten 50 Jahren zu einem Wahrzeichen entwickelt. Ein Abriss wäre für viele Bürger ein schmerzhafter Verlust. Das sieht auch der SPD-Politiker Serdar Yüksel so: „Es müssen alle Optionen zum Erhalt des Förderturms in Betracht gezogen werden“, erklärte der Landtagsabgeordnete in einer Stellungnahme. Sein Parteikollege Dieter Fleskes erkundigte sich derweil in einer Ratssitzung nach den Kosten für einen Nachbau des Turms.