Sanierung des Lanstroper Eis nimmt Gestalt an

Denkmalschutz

Das Baustellenschild steht seit September 2016: Die jahrelang herbeigesehnte Sanierung des Lanstroper Eis geht dank des Fördervereins und Schülern des Technischen Ausbildungszentrums seitdem endlich voran. Wie ist der Stand der Dinge?

GREVEL

10.04.2017, 17:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Lanstroper Ei aus der Luft

Das Lanstroper Ei aus der Luft

Schüler des Technischen Ausbildungszentrums (TAZ) in Körne erstellen die Stahlträger für den 60 Meter hohen Wasserturm, der entgegen seines Namens auf Greveler Gebiet steht. „Es ist schön, dass die Schüler auch unter Realbedingungen arbeiten können und nicht nur an einem Modell in der Halle“, erklärt Oliver Hansmann vom TAZ. „Die Jungs hatten einen Riesenspaß dabei.“

Alleinstellungsmerkmal

Die SPD-Landtagsabgeordnete Nadja Lüders (SPD) will sich dafür einsetzen, dass für die Sanierung weiter Geld vorhanden ist. Sie will sich mit der RAG-Stiftung in Verbindung setzen. Über den Einsatz der TAZ-Schüler freut sie sich besonders: „Es ist schön, dass die Schüler aus der Nähe sind. So können sie sehen, woran sie da mitwirken. Der Turm ist schließlich ein Alleinstellungsmerkmal.“

„Mit dem Turm wurde das Wasser aus Fröndenberg hergepumpt“, beschreibt Bruno Schreurs, stellvertretender Fördervereins-Vorsitzender. „Da die Zechen so viel Wasser benötigten, blieb es in den Haushalten weg. Dadurch stieg die Typhusgefahr.“ Gebaut wurde der Wasserturm innerhalb eines Dreivierteljahres. Fast schon kurios aus heutiger Sicht: „Der Bau hat weniger gekostet als ursprünglich veranlagt“, sagt Bodo Champignon, Vorsitzender des Fördervereins Lanstroper Ei. „Heutzutage kennt man das eher anders herum.“

Denkmalschutz

„Die Sanierung läuft seit September“, erzählt Champignon. „Wir sind dankbar, dass sich die örtliche Politik zum zweiten Mal dafür einsetzt. „Die SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann hatte sich unter anderem um 400.000 Euro aus einem Denkmalschutz-Programm des Bundes bemüht. Bei den TAZ-Schülern handelt es sich um Langzeitarbeitslose, die so für den 1. Arbeitsweg fit gemacht werden.

Der Förderverein, der seit etwa 20 Jahren um den Erhalt des Turms kämpft, wird von Hansmann sehr gelobt. „Wir haben viele Ideen ausgetauscht.“ Ihn freut auch, dass statt eines teuren Gerüsts ein Arbeitsbühnengestell verwendet wird. 

Der Wasserturm wurde von 1904 bis 1980 für die Wasserversorgung von Derne, Lanstrop, Mengede und Brambauer genutzt. Seit 1989 steht der rund 60 Meter hohe Turm unter Denkmalschutz. Der Hochbehälter war nötig wegen des enormen Wasserverbrauchs der umliegenden Zechen.