Satanisten-Mörder kann auf Freispruch hoffen

Urteil verschoben

Zu 15 Jahren Haft wurde der Satanisten-Mörder Daniel R. 2001 verurteilt. Die Strafe hat er bald abgesessen, nun steht er aber in einem zweiten Prozess vor Gericht. Er soll aus dem Gefängnis den Mord seiner Ex-Frau geplant haben. Nach einer wackligen Aussage der Hauptbelastungszeugin kann R. nun auf einen Freispruch hoffen.

BOCHUM

31.05.2017, 13:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Satanisten-Mörder kann auf Freispruch hoffen

Satanistenmörder Daniel R. (l.) kann auf einen Freispruch hoffen. Grund ist die wacklige Aussage der Hauptbelastungszeugin.

Das Urteil im Prozess gegen Daniel R. wurde von Mittwoch auf Donnerstag verschoben. Die Vernehmung der Zeugin war in vollem Gange, als Richterin Petra Schönenberg-Römer plötzlich mit der flachen Hand auf den Tisch schlug. "Seien Sie vorsichtig", sagte sie in Richtung der 34-Jährigen. "So geht es nicht. Wir lassen uns hier nicht vorführen."

Die Zeugin, die ihren Beruf mit Privatdetektivin angegeben hat, müsse aufpassen, dass sie nicht selbst ein Strafverfahren bekomme - wegen Falschaussage oder vielleicht sogar wegen Freiheitsberaubung. "Hier sitzt ein Mensch, der auch aufgrund ihrer Aussage überhaupt noch im Gefängnis sitzt", so Schönenberg-Römer. Die 34-Jährige solle bloß nicht davon ausgehen, dass ihr alles geglaubt werde. "So ist es nicht."

Zeugin verwickelt sich in Widersprüche

Was war passiert? Die Zeugin hatte sich mehrfach in Widersprüche verstrickt und Ihre Aussage verändert. So hatte sie zum Prozessauftakt zum Beispiel noch angegeben, das sie Daniel R. eine Schusswaffe ins Gefängnis schmuggeln sollte, damit er damit später seine Ex-Frau umbringen könne. Am Mittwoch erzählte sie dagegen, dass er die Waffe nur brauchte, um aus dem Gefängnis zu fliehen. 

Jetzt lesen

Außerdem deuten einige Passagen in Briefen darauf hin, dass die Zeugin in den Angeklagten verliebt gewesen ist. Genau das hat sie vor Gericht jedoch vehement bestritten. 

Urteil hängt von Glaubwürdigkeit der Zeugin ab

Von ihrer Glaubwürdigkeit wird es am Ende abhängen, ob Daniel R. tatsächlich noch einmal verurteilt werden kann. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, aus der Haft heraus die Ermordung seiner Ex-Frau geplant zu haben. Die Tat sollte angeblich von der Zeugin ausgeführt werden. Genau das wird von dem 41-Jährigen jedoch vehement bestritten. 

Daniel R war im Januar 2001 nach einem bestialischen Ritualmord mit 66 Hammerschlägen und Messerstichen zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Dass er kein "Lebenslang" bekam lag nur daran, dass er wegen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung als vermindert schuldfähig eingestuft wurde.

Die Haftzeit wurde später verlängert, weil ein zwischenzeitlicher Auffenthalt in der geschlossenen Psychiatrie ausnahmsweise nicht auf die Haftzeit angerechnet worden ist. Sollte er im aktuellen Prozess freigesprochen werden, kann er wahrscheinlich mit seiner zeitnahen Entlassung rechnen.