Schaumsturm und Hustenwelle

Triennale zeigt "Soapéra"

In "Soapéra" trifft Bildende Kunst auf Tanz und lässt eine sinnlich-verspielte Hommage an das Flüchtige entstehen. Die Gemeinschaftsarbeit der Choreografin Mathilde Monnier und des Künstlers Dominique Figarella ist seit Donnerstag im Salzlager der Essener Kokerei Zollverein im Rahmen der Ruhrtriennale zu sehen.

ESSEN

von Von Britta Helmbold

, 07.09.2012, 17:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Stück "Soapéra" spielt der Schaum eine der Hauptrollen.

Im Stück "Soapéra" spielt der Schaum eine der Hauptrollen.

Wie ein monochromes Werk liegt eine weiße, quadratische Platte auf dem schwarzen Tanzboden. Während die Zuschauer ihre Plätze einnehmen, ergießt sich von der Decke ein Schaumstrom auf die Bühne. Nach zehn Minuten ist fast die gesamte Spielfläche mit dem rund ein Meter hohen, kristalin-glitzernden Weiß bedeckt - ein poetisches Bild, das die am Rand hockende Tänzerin I-fang Lin Lemoisson gemeinsam mit dem Publikum beobachtet. Das wolkenhafte Gebilde gerät in Bewegung, nimmt immer wieder neue Formen an, denn drei männlichen Tänzer kriechen - zunächst für die Zuschauer unsichtbar - durch diesen Schaumberg.Vergnügliche Erfahrung

Gemeinsam richtet das Tänzer-Quartett die Platte auf, knallt sie gegen die Rückwand und erzeugt einen poetischen Flocken-Regensturm und eine Hustenwelle im Zuschauerraum. Wie bei einer Schaumparty rutschen die Vier durch diese surreale Landschaft, die sich permanent wandelt - bis sie zerfällt. Der Tanz wird auf diesem mit Seifenresten verschmierten Boden zur Schlitterpartie, zum Bewegungsspiel aus Annährung und Abstoßung. Eine vergnügliche Tanzperformance, die mit viel Applaus gefeiert wurde.

Termin: 8.9.; Karten: Tel. (0700)20033456.