Schauspiel Dortmund ist zum Theatertreffen eingeladen

"Borderline Prozession"

Wieder ein Ritterschlag für Kay Voges: Der Intendant des Theaters Dortmund ist mit seiner vielfach gelobten Inszenierung "Die Borderline Prozession" zum 54. Berliner Theatertreffen (5.-21.5.) eingeladen worden. Als eins von zwei NRW-Theatern neben Pact Zollverein in Essen vertritt Dortmund vom 5. bis 21. Mai in der Hauptstadt die reiche Schauspiellandschaft der Region.

DORTMUND

, 07.02.2017, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Inszenierung der „Borderline Prozession“ von Kay Voges am Schauspiel Dortmund ist zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Das spektakuläre Bühnenbild zeigt ein Haus mit zehn Zimmern, das von den Zuschauern erwandert werden kann.

Die Inszenierung der „Borderline Prozession“ von Kay Voges am Schauspiel Dortmund ist zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Das spektakuläre Bühnenbild zeigt ein Haus mit zehn Zimmern, das von den Zuschauern erwandert werden kann.

Als "eine Meditation zur allgemeinen Weltverwirrung" lobt die Festspiel-Jury das Stück, das seit April 2016 in der Dortmunder Ausweich-Spielstätte Megastore aufgeführt wird. 377 Inszenierungen in 63 deutschsprachigen Städten haben die Juroren gesehen und zehn Produktionen für das renommierte Festival ausgewählt.

Dritte Einladung für Dortmund

Die Inszenierung von Kay Voges ist die dritte Einladung für das Schauspiel Dortmund nach Berlin, für Kay Voges die erste. Vor 22 Jahren war das Dortmunder Schauspiel zuletzt in Berlin zu Gast - mit "Black Rider" von Michael Simons. Davor war Annegret Ritzel 1988 mit "Platonov" ausgewählt.

Die Jury des Theatertreffens lobte die "Borderline Prozession" als "Musik-, Kunst-, Theater- und Filminstallation: philosophisches Totaltheater" und schrieb: "Kay Voges vermisst die heutige Welt als rasend Bilder ausspeiende Maschinerie und lotet ihre Auswirkungen auf moderne Bewusstseinszustände aus."

Transport ist eine Herausforderung

Mit der "Boderline Prozession" auf Reisen zu gehen, ist eine Herausforderung: Kay Voges hat für das Stück, das ist seit der Premiere im April 2016 stets innerhalb der beiden ersten Tage nach dem Start des Vorverkaufs für neue Termine ausverkauft ist, in der ehemaligen Lagerhalle Megastore ein Haus mit zehn Zimmern, Dachterrasse, Pool, Garage und bewachter Außenfront aufgebaut.

Die Zuschauer können ihre Perspektive frei wählen, während des Stückes zur gegenüberliegenden Bühne wechseln oder den Live-Mitschnitt einer fahrbaren Kamera auf einem Flachbildschirm in der Theaterbar verfolgen.

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Wie man das 32 Meter breite und 25 Meter hohe Bühnenbild in LKW verstauen und in die Hauptstadt transportieren will sei "eine superspannende Frage", so Schauspielsprecherin Djamak Homayoun: "Auch für die Technik ist das eine Hausnummer, aber es ist nicht unmöglich". Finanziell sei so ein Transport für das Dortmunder Schauspiel allerdings schwerer zu stemmen als logistisch. Wer den Transport bezahlt und wo es in Berlin eine Halle gibt, in der man das Stück zeigen kann, stehe noch nicht fest.

Fast das komplette Dortmunder Ensemble ist mit dabei: 13 der 16 Ensemblemitglieder und zehn Schauspiel-Eleven von der Folkwang-Schauspielschule Essen. In Dortmund sind die Vorstellungen im Februar und März ausverkauftm, aber weitere Termine im April in Planung, so Djamak Homayoun.

Johan Simons ist mit dem Thalia Theater eingeladen

Zu den besten Inszenierungen des vergangenen Jahres kürte die Jury auch Johan Simons Interpretation von Storms "Schimmelreiter", die am Thalia Theater in Hamburg gezeigt wird. Simons ist designierter Intendant am Schauspielhaus Bochum und übernimmt ab der Spielzeit 2018/19 die Leitung des Bochumer Hauses.

Dies sind die weiteren Inszenierungen, die eingeladen worden sind:

  • 89/90 nach dem Roman von Peter Richter, Schauspiel Leipzig.
  • Die Räuber von Friedrich Schiller, Residenztheater, München.
  • Die Vernichtung von Ersan Mondtag und Olga Bach, Konzert Theater Bern.
  • Drei Schwestern von Simon Stone nach Anton Tschechow, Theater Basel.
  • Five Easy Pieces von Milo Rau, International Institute of Political Murder und Campo Gent.
  • Pfusch von Herbert Fritsch, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin.
  • Real Magic von Forced Entertainment, Konzept und Regie Forced Entertainment, Koproduktion mit Pact Zollverein Essen.
  • Traurige Zauberer von Thom Luz, Staatstheater Mainz.

 

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