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Schermbeck bleibt NRW-Ligist

Fußball

SCHERMBECK Der SV Schermbeck bleibt aller Voraussicht nach NRW-Ligist. Das Landgericht Duisburg entsprach am Dienstagmittag dem Schermbecker Gesuch nach einer entsprechenden Einstweiligen Verfügung.

von Von Ralf Weihrauch

, 07.07.2009
Schermbeck bleibt NRW-Ligist

Da strahlten sie: Rechtsanwalt Daniel Balzert, Schermbecks Vorsitzender Johannes Brilo, Trainer Martin Stroetzel und Anwalt Stephan Proff (v.li.) vorm Landgericht.

Überschwänglichen Jubel suchte man bei den Schermbecker Vereinsvertretern zunächst allerdings vergeblich. Doch wahrscheinlich müssen Vorstand, Trainer und Fans erst mal realisieren, dass sie doch nicht in der Westfalenliga Fußball spielen müssen.Spannend wie im Hollywood-Film Der vorsitzende Richter Behrmann und seine Beisitzer machten es spannend wie in einem Hollywood-Krimi, in dem es erst ganz schlecht für die Hauptdarsteller aussieht, es dann aber doch noch zum Happy End kommt. Behrmann nahm sich die Begründung des SV Schermbeck vor und zerpflückte sie erst einmal in der Luft. „Die Frist war eindeutig abgelaufen“, lautete sein erster Satz, der wie ein Tiefschlag bei den Schermbecker Vertretern saß. Das Gericht wollte auch der Argumentation nicht folgen, dass die Uhrzeit keine Rolle spiele, wenn sich der Abgabetermin durch einen Sonn- oder Feiertag auf den nächsten Tag verschiebt. „Die Uhrzeit bleibt bei 15.30 Uhr!“, stellte Behrmann klar und schob dem Vorsitzenden Johannes Brilo den Schwarzen Peter zu: „Sie sind viel zu spät losgefahren, und ihr Zeitpuffer war viel zu gering.“ Außerdem hätte man sich nicht auf Aussagen der Mitarbeiter des Verbandes verlassen dürfen, dass eine etwas spätere Abgabe kein Problem darstelle.Frage der Billigkeit Doch dann bog der Richter auf die Schermbecker Argumentationswege ein: „Es ist nun die Frage der Billigkeit, auf die es ankommt. Und da sprechen alle Gründe für den SV Schermbeck.“ Wenn man die Folgen betrachte, die auf den SVS zukommen, sei das Fristversäumnis um 15 Minuten viel zu gering, befand das Gericht. Durch die Verspätung sei keinem der anderen Clubs der NRW-Liga ein Nachteil entstanden, dem Verband übrigens auch nicht. Erst nach diesen Ausführungen kam der Rechtsanwalt und SVS-Vorstandsmitglied Stefan Proff zum ersten Mal zu Wort. Da er im Prinzip schon das Urteil hatte, das er wollte, brauchte er nicht mehr großartig zu argumentieren. Walter Hützen, der Vertreter des Westfälischen Fußballverbandes, war natürlich nicht einverstanden. Doch sein Argument, dass die Erstellung eines neuen Spielplanes viel Arbeit sei, zog nicht: „Das ist Problem des Verbandes“, stellte Behrmann fest, und sein Beisitzer Tillmann fügte hinzu: „Wir sind sicher, dass Sie das schon schaffen.“Schriftliches Urteil am Dienstag Das schriftliche Urteil kommt am kommenden Dienstag. Proff: „Das ist zu 99 Prozent genau das, was wir heute gehört haben.“ Der Verband hat nun die Möglichkeit, vor das Oberlandesgericht nach Düsseldorf zu ziehen. Dort wird eine Verhandlung aber nicht vor Saisonbeginn einberufen werden.NRW-Liga mit 19 Teams? Die NRW-Liga dürfte nun wohl mit 19 Teams an den Start gehen, denn es ist nicht davon auszugehen, dass der Verband die Hammer SpVg. als sportlichen Absteiger in die Westfalenliga schickt. Der Klageweg wäre dann wohl erneut vorgezeichnet... Der frei werdende Platz in der Westfalenliga 2 wird dagegen wohl frei bleiben.

Stimmen

Johannes Brilo: „Ich will zu diesem Richterspruch erst mal noch gar nicht viel sagen. Ich glaube das erst, wenn wir in der nächsten Woche alles schriftlich haben. Natürlich sind wir sehr erleichtert. Es geht nun für mich darum, mit dem Verband wieder gut zusammenzuarbeiten.“

Martin Stroetzel: „Ich bin sehr froh, dass es so gekommen ist. Ich will so hoch wie möglich mit dem SV Schermbeck spielen, und das können wir jetzt wieder in der NRW-Liga. Die Enttäuschung nach den Urteilen der Sportgerichte war sehr groß und die Mannschaft hat wirklich gelitten. Wir alle haben aber gekämpft: Die Mannschaft auf dem Platz und der Verein vor Gericht, und es hat sich auch gelohnt.“

Stephan Proff: „Zu solchen Verhandlungen geht man immer mit sehr gemischten Gefühlen. Ich wusste selber vorher nicht, was am Ende heraus kommt. Das Verfahren hätte genau so gut in die andere Richtung laufen können. Wir haben dem Gericht sehr, sehr viele Argumente geliefert. Einem dieser Argumente hat es sich angeschlossen. Das reicht!“

Raimund Saunus, SVS-Fan: „Die Mannschaft hat zum Abschluss der letzten Saison sehr guten Fußball gezeigt. Dabei war sie eigentlich schon abgestiegen. Das rechne ich ihr hoch an.“

Walter Hützen (WFLV): „Kein Kommentar!“

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