Schicksalsgespräche im Ministerium: Zukunft der Uni Witten/Herdecke entscheidet sich Donnerstag

WITTEN Hat die Universität Witten/Herdecke eine Zukunft? Das Schicksalsgespräch im Innovationsministerium findet am Donnerstag statt. Neben den Gesellschaftern der Hochschule werden u.a. auch die Stiftung SRH, Droege International und die Software AG teilnehmen. Die ESI Holding ist definitiv nicht dabei.

von Von Susanne Linka

, 22.01.2009, 07:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Noch sind alle Mitarbeiter und Studenten der Uni im Ungewissen und bangen um den Fortbestand.

Noch sind alle Mitarbeiter und Studenten der Uni im Ungewissen und bangen um den Fortbestand.

Derzeit sehe es aber eher danach aus, dass es eine Lösung mit mehreren Partnern geben könnte. Ob es dabei bleibt, sei natürlich ungewiss. Dass Uni-Absolventen bis Dienstag nach dreitägiger Sammlung schon Einnahmen von 750 000 Euro verbuchen konnten, hat auch die Uni-Leitung sehr beeindruckt. „Über Nacht sind es schon 800 000 Euro geworden“, hatte Hermersdorfer noch eine aktuellere Zahl parat. Die Ehemaligen wollen Gesellschafteranteile übernehmen.

Den Zeitrahmen bis zum heutigen Schicksalsgespräch in Düsseldorf bezeichnet er als sportlich. „Die Uni hätte eigentlich mehr Zeit verdient gehabt“, findet er. „Wir hatten vom ersten Gespräch im Ministerium gerechnet exakt einen Monat“, präzisiert Dr. Tom Kirschbaum, der Kaufmännische Direktor der Privathochschule.

Dass von ihrem Überleben auch für Witten viel abhängt, macht der Uni-Sprecher an Zahlen deutlich: „Nach einer Studie aus unserem Hause hängen 3000 Arbeitsplätze in Witten unmittelbar an unserer Existenz.“ Das Spektrum reiche da vom Umsatzerlös eines Kiosks, bis hin zu Kneipen. „Außerdem lassen die Studenten ja auch viel Geld in der Stadt“, ergänzt Hermersdorfer. Zu den Externen, die von einer eventuellen Schließung der Uni betroffen wären, kämen noch die 600 Beschäftigten der Hochschule aus den Bereichen Wissenschaft und Verwaltung hinzu.

Doch noch hoffen alle, dass das Aus zu verhindern ist. Der Stadt jedenfalls, da ist die Hochschulleitung sicher, sei der Wert der Uni als Wirtschaftsfaktor bewusst. „Sie begleitet uns in dieser Krise sehr positiv“, lobt Kirschbaum das Engagement der Bürgermeisterin und des Kämmerers, die auch am Donnerstag wieder nach Düsseldorf fahren. Das sei für ihn eine sehr positive Erfahrung.