Schiffshebewerk sucht neuen Chef

Herbert Niewerth geht in den Ruhestand

WALTROP Der Lotse geht von Bord. Herbert Niewerth, seit 20 Jahren Museumsleiter des Schiffshebewerkes Henrichenburg in Waltrop, tritt am 13. April in den vorzeitigen Ruhestand. Sein größter Wunsch: Dass sein Nachfolger den Kampf um die Anerkennung des Hebewerkes als Weltkulturerbe fortführt.

von Von Bettina Jäger

, 03.02.2011, 22:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Herbert Niewerth tritt am 13. April in den vorzeitigen Ruhestand.

Herbert Niewerth tritt am 13. April in den vorzeitigen Ruhestand.

In zwei Jahrzehnten hatte Niewerth das anno 1899 eingeweihte und 1969 stillgelegte Schiffshebewerk zu einer Touristenattraktion ersten Ranges gemacht. Alljährlich gehört das prächtige Technikdenkmal zu den meist besuchten Standorten des Westfälischen Industriemuseums, das vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) getragen wird. Saniert und ausgebaut Unter Niewerths Leitung wurde das Ensemble saniert und ausgebaut, holte 1995 den Europäischen Museumspreis. Noch in diesem Jahr soll ein Wasserspielplatz für Kinder eröffnet werden. "Unsere große Perspektive ist derzeit die Anerkennung als Weltkulturerebe", sagt Niewerth. Dazu muss es das Museum zuerst auf die "Tentativliste" (Vorschlagsliste) des Landes NRW schaffen, was bis Ende 2011 beantragt werden kann. 2014 engt dann die Kultusministerkonferenz den Favoritenkreis weiter ein, bis 2018 entscheidet die Unesco. "Unsere Chancen stehen nicht schlecht, weil Industriedenkmäler, die mit Wasser zu tun haben, noch deutlich unterrepräsentiert sind", erklärt Niewerth.Zweite HerausforderungNoch eine zweite Herausforderung wartet auf den Nachfolger, der jetzt per Annonce zum 1. Mai gesucht wird. Das "neue" Schiffshebewerk Henrichenburg von 1962 liegt still. Ein Förderverein versucht es zu retten und wieder in Betrieb zu setzen. Zehn Millionen Euro sind nötig, um das weltweit letzte seiner Art mit funktionierender Schwimmertechnik zu bewahren. Im Förderverein will sich Niewerth - übrigens Vater von zwei Töchtern, begeisterter Radfahrer und bekennender BVB-Fan - weiterhin engagieren.

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