Schimmel und Leerstand: Das können die Mieter tun

Lanstroper Siedlung

Schimmel, undichte Garagendächer, defekte Fenster und Wasserleitungen - die Mängelliste in der Großsiedlung Lanstrop ist lang, der Ärger über Eigentümer und Hausverwaltung groß. Bewohner, Politik und Mieterverein wollen nun gemeinsam gegen die Missstände vorgehen.

LANSTROP

von Von Felix Püschner

, 06.11.2013, 00:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
2013.11.05.  Lanstrop Siedlung Drechslerweg 

Foto: Schaper

2013.11.05. Lanstrop Siedlung Drechslerweg Foto: Schaper

Grundsätzlich sollten die Betroffenen gemeinsam Druck ausüben, so die Empfehlung des Mietervereins. Vor Schnellschüssen warnte jedoch Rechtsanwalt Steffen Klaas. Wer eine Mietminderung in Betracht ziehe oder gar auf Schadensersatz aufgrund des starken Schimmelbefalls klagen wolle, der solle sich in jedem Fall vorher absichern und durch die Mitarbeiter des Mietervereins beraten lassen.

„Das ist wichtig, weil es zum Beispiel bei einer Mietminderung keine einheitlichen Beträge gibt“, erklärte Klaas. Gegebenenfalls könne der Vermieter auch bei Schäden, die durch Schimmel verursacht wurden, schadensersatzpflichtig gemacht werden. Und zwar dann, wenn sich etwa herausstellt, dass der Schimmel schon vor dem Einzug vorhanden war und lediglich überstrichen wurde. Unterstützung sicherte den betroffenen Bewohnern nicht nur der Mieterverein zu. Auch die Politik sowie das Amt für Wohnungswesen wollen den Druck auf die Hanseatic Gruppe erhöhen. „Sie können sich darauf verlassen, dass seitens der Politik jetzt noch mehr Druck auf den Eigentümer ausgeübt wird. Bisher ist die Hanseatic Gruppe immer nur ausgewichen, aber für Mitte November ist nun endlich ein Gesprächstermin fixiert“, versicherte SPD-Ratsmitglied Bruno Schreurs.Was die von den Bewohnern beklagten Mängel betrifft, gebe es auch für die Stadt einen gewissen Handlungsspielraum wie Thomas Böhm vom Amt für Wohnungswesen erklärte. Sofern die Maßnahmen des Mietervereins erfolglos bleiben, könne etwa im Rahmen der Wohnungsaufsicht geprüft werden, ob bautechnische Mängel vorliegen. Dies gelte beispielsweise für defekte Fenster oder Heizungen, sei beim Schimmel jedoch etwas schwieriger.

Für den Eigentümer könne zudem die hohe Leerstandsquote von 23 Prozent zum Problem werden. Der Grund dafür sei die 2012 in Kraft getretene Zweckentfremdungssatzung. Sobald eine Wohnung länger als drei Monate leer steht, muss der Vermieter ausreichend nachweisen, dass er sich um eine Neuvermietung bemüht hat. Ist dies nicht der Fall, könnten unter anderem erhebliche Bußgelder drohen. 

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