Schitt häppens

Herbert Knorr

"Die Menschen im Ruhrgebiet erscheinen oft als recht biedere Zeitgenossen. Doch ganz tief in ihrem Inneren, da brodelt das Böse." Dr. Herbert Knorr kennen die meisten; er ist Chef des Literaturbüros Unna, und eines seiner liebsten "Kinder" ist das große Krimi-Festival "Mord am Hellweg".

16.06.2017, 11:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Marta Kowalski ist auch ein "Kind" von Herbert Knorr, nämlich die Heldin in dessen Roman "Schitt häppens", und in Martha brodelt das Böse. Die Rentnerin wohnt in einer kuscheligen Zechensiedlung und nennt ein vorrangiges Lebensziel ihr Eigen: Sie will ihren Mann Jupp über die Emscher gehen lassen bzw. ihn in selbiger versenken, denn der Jupp ist passionierter Stehpinkler.

Groteske Sittenbilder

Herbert Knorr erzählt spannend und deftig, beschreibt groteske Sittenbilder, die bei uns im Ruhrgebiet an fast jeder Ecke wiederzuerkennen sind, wenn man genauer hinschaut. Meine Lieblingsfigur: Die Emma, Marthas Nachbarin, beste Freundin und vor allem Philosophin; sie hat für nahezu jede schwierige Lebenssituation den richtigen Rat auf Lager.

Und natürlich der Jupp; weniger wegen der Stehpinkelei, sondern weil er jeden Morgen die große Seilscheibe in seinem Garten so ausgiebig schrubbt und dabei das Steigerlied singt. Machet gut, Jupp, du kannst es gebrauchen!

Der Jupp ist übrigens nicht derjenige mit der coolen Brille vorne auf dem Buchdeckel; das ist sein "Vater" Herbert Knorr.

 

Herbert Knorr: Schitt häppens. 192 S., Henselowsky Boschmann, 9,90 Euro, ISBN 978-3-942094-62-7.