Schlechte Noten für den Bochumer Hauptbahnhof

Lange Wartezeiten

Lange Wartezeiten und schlechter Service – das Reisezentrum der Deutschen Bahn am Bochumer Hauptbahnhof ist in diesen Punkten so schlecht aufgestellt wie kein anderes im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Das jedenfalls geht aus dem aktuellen VRR-Qualitätsbericht für das Jahr 2015 hervor, der nun veröffentlicht wurde.

BOCHUM

, 03.03.2016, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Bochumer Hauptbahnhof erhält schlechte Bewertungen vom VRR.

Der Bochumer Hauptbahnhof erhält schlechte Bewertungen vom VRR.

Für den Bericht wurden neben der Pünktlichkeit und Sauberkeit von Zügen auch die Reisezentren der Bahn an 32 Bahnhöfen im VRR-Gebiet getestet. Bochum landet mit einem Gesamtwert von 67 Prozent auf dem letzten Rang. 2014 reichte es immerhin noch zu Platz 29.

Kontinuierlich abgesackt

"Seit 2013 sind die Werte im Bochumer Reisezentrum um 22,75 Prozentpunkte kontinuierlich gefallen. Dies resultiert aus den vergleichsweise schlechten Beurteilungen von Fachkompetenz und Wartezeiten", heißt es in dem Bericht. Demnach liege die Fachkompetenz der Mitarbeiter in Bochum mit 70,6 Prozent weit unter dem Durchschnitt. Für die Beurteilung setzte der VRR speziell geschulte Testkunden ein.

Vor allem hinsichtlich der Wartezeit schneidet das DB-Reisezentrum schlecht ab. Mit einer durchschnittlichen Wartezeit von 13 Minuten belegt Bochum den letzten Platz in dieser Kategorie. 2014 war die Wartezeit noch um zehn Minuten kürzer. "Bei 9 von 14 Besuchen mussten die Testkunden länger als zehn Minuten warten, bei der Hälfte sogar zwischen 15 und 23 Minuten", schreibt der VRR.

VRR: "Völlig inakzeptabel"

Grund für die langen Wartezeiten sei mitunter die Besetzung der Schalter. Bei 4 der 14 Tests waren laut Bericht nur ein Drittel der Schalter besetzt, bei vier weiteren nur zwei Drittel der Schalter. Der VRR bezeichnet die langen Wartezeiten bei nichtbesetzten Schaltern als "völlig inakzeptabel".

Die Deutsche Bahn wartet nun erst einmal ab. In ein bis zwei Wochen werde man die detaillierten Ergebnisse des vom VRR beauftragten Test-Institutes erhalten, wie ein Bahn-Sprecher auf Anfrage erklärte. Zudem stehe noch eine Vorstellung der Ergebnisse des VRR gegenüber der DB aus. "Erst mit diesen Einzeldaten sind für uns die Erhebungen datumsbezogen zuzuordnen und auch zu bewerten hinsichtlich von Einflüssen aus Sonderereignissen wie dem Stellwerksbrand in Mülheim", so der Sprecher.

Wegen dieser fehlenden Detailinformationen verzichtet die Bahn auf eine weitergehende Stellungnahme – auch in Bezug zu möglichen Konzepten für eine Verbesserung des Services in ihrem Bochumer Reisezentrum. 

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