Schlechte Noten für Kurler Bahnhof

VCD-/Pro-Bahn-Studie

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Fahrgastverband Pro Bahn untersuchten im Stadtgebiet 44 Bahnhöfe. Jetzt wurden die Ergebnisse für den Bahnhof Kurl präsentiert. Neben kleineren Mängeln sehen die Experten hier sogar Gefahrenquellen für Leib und Leben.

KURL

von Von René Langhoff

, 18.10.2011, 06:07 Uhr / Lesedauer: 1 min

Neben kleineren Mängeln vor dem Bahnhof, darunter fehlende Hinweisschilder für den Nahverkehr und nicht überdachte Fahrradstellplätze, häufen sich im Gebäudeinneren deutlichere Mängel. So ist der Bahnhof alles andere als behindertengerecht. Lediglich Treppenaufgänge führen zum Gleis. „Wie sollen Behinderte hier zum Gleis kommen?“, fragt sich auch Gertrude Herzog vom behindertenpolitischen Netzwerk. Selbst gesunde Fahrgäste könnten sich im Bahnhof nicht sicher fühlen. „Ausgetretene Stufen stellen gefährliche Stolperfallen dar. Auch das Bahnhofsvordach macht keinen stabilen Eindruck. Ich möchte nicht wissen was passiert, wenn im Winter da viel Schnee drauf liegt“, warnt Julian Lins. „Viele Besucher meiden das Bahnhofsgebäude mittlerweile gänzlich und wählen lieber einen Schleichweg neben dem maroden Gebäude. Dabei nehmen sie einen gefährlichen Kletterakt über das Gleis in Kauf“, berichtet Julian Lins.

Am Ziel angekommen, lauert bereits die nächste Gefahr. Ein schmaler Zwischenraum zwischen dem Treppenaufgang und dem Gleis ist frei zugänglich. „An dieser Stelle entsteht ein gefährlicher Sog, wenn ein Zug durchfährt ist der Abstand viel zu gering“, findet Julian Lins. Auch für die kommunale Politik ist der Bahnhof ein leidiges Thema. „Wir bleiben bei diesem Thema am Ball und stellen auch weiterhin Anträge. Bisher hatten wir keinen Erfolg. Die Bahn rührt sich überhaupt nicht“, klagt SPD-Bezirksvertreter Jörg Glogner. Neue Hoffnungen lösen jetzt die Testergebnisse aus. „Wir wollen Probleme aufzeigen und die Bahn zu Verbesserungen anregen“, so Julian Lins.

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