Schließung des Bochumer Werks: Ein Fall für die Juristen?

Aus für Opel

Bochums Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel gibt nicht auf. Nach dem vom Opel-Aufsichtsrat beschlossenen Aus für das Bochumer Werk im Jahr 2014 kündigte er im Gespräch mit unserer Redaktion juristische Schritte gegen den Beschluss an.

BOCHUM

von Von Dominik Möller

, 18.04.2013, 09:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Klage von Bochums Betriebsratschef Rainer Einenkel gegen die Adam Opel AG wird im Dezember vor dem Landgericht Darmstadt verhandelt.

Die Klage von Bochums Betriebsratschef Rainer Einenkel gegen die Adam Opel AG wird im Dezember vor dem Landgericht Darmstadt verhandelt.

Er habe bereits sechs oder sieben verbindliche Schließungspläne mit konkreten Daten in seiner Schublade, so Einenkel. Pläne, die allesamt wieder verworfen wurden. Allerdings räumt er ein, dass dem aktuellen Schließungsplan eine besondere Dramatik zu Teil werde – er meint die Absatzkrise der Automobilbranche in ganz Europa, die Werksschließungen von Ford und Fiat. Einenkel wird nicht müde zu betonen, dass die Werksschließung in Bochum alles andere als eine gelungene Imagekampagne für den kriselnden Autobauer sei. „Die Marke bleibt zwar im Gespräch, aber nicht in einem positiven Kontext“, so der Bochumer Betriebsratschef.  

Seine Hoffnung auf eine Zukunft für sein Werk stützt er darauf, dass nur Bochum den Zafira exklusiv produzieren dürfe. Bei einer Verlagerung der Produktion müsste der Familienvan laut Einenkel mindestens ein halbes Jahr in zwei Werken gleichzeitig produziert werden. Dies wolle er jetzt juristisch prüfen lassen.  Geht es nach dem Willen des Konzerns wird die Zafira-Produktion Ende 2014 in Bochum eingestellt. Aussichtsreicher Kandidat für das Modell ab 2015 ist Rüsselsheim. In erster Linie, weil am Stammsitz der Adam Opel AG künftig die Produktion des Astra wegfällt. Rüsselsheim braucht ein zweites Modell, um ausgelastet zu sein und Kurzarbeit zu vermeiden.  

Einenkel baut auf die Solidarität der Kollegen in Rüsselsheim. Er erwartet ein Nein als klares Zeichen an den Konzern. „Nur weil ich ein Fahrzeug einer Modellreihe bauen kann, heißt das nicht, dass ich jedes Auto bauen kann“, sagt Einenkel. Dies sei das stärkste Argument, das der Bochumer Belegschaft geblieben sei.  

Am Bochumer Werk wurde die Nachricht aus Rüsselsheim gestern gefasst aufgenommen. Die Werksleitung hatte die Mitarbeiter nach dem Beschluss informiert. Es blieb ruhig. Das sei für Bochum unüblich, so ein Opel-Sprecher.