Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Schlüssel rein, Schranke zu

APLERBECK Der Bahnübergang an der Abteistraße mutiert zum Stauraum für Autofahrer. Das Verkehrschaos kündigt sich neuerdings mit einem schrillen Klingelton an. Das Telefon, das die Nachricht "Schranke zu" übermittelt, hängt in einem kleinen grauen Kästchen am Bahnübergang Ü13, bei Kilometer 178,25.

von Jörg Bauerfeld

, 28.11.2007

Für die Autofahrer, die den Bahnübergang Abteistraße / Schlagbaumstraße nutzen, bedeutet das schrille Zeichen - von nun an kann's dauern. Zwischen 10 und 30 Minuten, es kommt auf die Anzahl der Züge an, bleibt die Schranke zu. Der Rückstau auf der Abteistraße beginnt, das Chaos nimmt seinen Lauf.

Es geht zu wie vor dem Karstadtparkhaus in der Stadtmitte kurz vor Weihnachten. Schimpfende Autofahrer, genervte Beifahrer und beherzte Wendemanöver. Und schuld daran ist der neueste Einfall der Deutschen Bahn.

Die zeigt sich nämlich ziemlich einfallsreich, was den Schienenbereich zwischen dem Haltepunkt Aplerbeck und dem Haltepunkt Sölde angeht. Zum Lärm kommt jetzt der Stau. Galt auf dem Teilstück im Bereich des Bahnüberganges Abteistraße einige Wochen lang ein Langsamfahrgebot (wir berichteten), hat sich die Deutsche Bahn nun etwas Neues einfallen lassen.

Manuelle Schaltung dauert seine Zeit

Eine manuelle Schaltung der Schrankenanlage, 24 Stunden am Tag - und dies im Zeitalter der digitalen Technik. Der Grund für diese nicht mehr ganz zeitgemäße Arbeitsweise soll ein technischer Defektsein, ausgelöst durch einen LKW-Unfall vor einigen Monaten. Der Defekt existierte zwar auch schon während des Langsamfahrgebotes, schien da aber nicht weiter hinderlich.

Die Schranke ging zu, wenn die Schranke zugehen sollte - basta. Aber eine gewisse Unruhe muss sich breit gemacht haben. Irgendetwas hat das Vertrauen in die eigene Technik erschüttert. Und so setzt die Bahn jetzt auf Technologie Marke Steinzeit an Bahnübergang Ü13. Ein Mann, ein Telefon, ein Block, ein Schlüssel - klappt doch. Ein Anruf vom Stellwerk in Holzwickede oder aus Aplerbeck (das hängt davon ab, von wo sich die Züge nähern) und die ein-Mann-plus-Schlüssel-Maschinerie setzt sich in Gang.

Die Politik nennt den Zustand   "Ein Desaster"

Einen Haken hat die Sache, und der ist für einen gesunden Blutdruck der Autofahrer nicht gerade förderlich - der Zeitfaktor. Denn durch die telefonische Übermittlung und dem manuellen Betrieb geht die Schranke eher zu und bleibt auch länger unten. "Ein Desaster" nennt Volker Mais, Fraktionssprecher der CDU den Istzustand und fordert eine Stellungnahme der Bahn.

Die Bürger jedenfalls sind schon auf 180. Machten sich in der Anwohnerfragestunde in der Bezirksvertretung Luft. An Übergang Ü13 hingegen greift ein Mann in aller Ruhe nach dem Schlüssel und lässt die Schranke runter. Und das Verkehrschaos auf der Abteistraße. beginnt von vorn.