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„Schneekönigin“ als Abenteuerreise mit Schauspielern und Puppen

Theater Oberhausen

Serkan Salihoglus „Schneekönigin“-Inszenierung begeisterte bei der Premiere am Samstag im Theater Oberhausen.

OBERHAUSEN

, 26.11.2017 / Lesedauer: 2 min
„Schneekönigin“ als Abenteuerreise mit Schauspielern und Puppen

Das „Wir“ gewinnt über die Schneekönigin in der Oberhausener Inszenierung. Foto: Rios © Isabel Machado Rios

„Es war einmal ich, ich, ich“, beginnt die Schneekönigin ihren Eingangsmonolog in Lucie Ortmanns und Serkan Salihoglus Bühnenfassung des Andersen-Märchens. Sie schwebt als eisig glänzende, zierliche Puppe hoch über dem hinteren Parkett des Oberhausener Theaters. Die meisten müssen den Kopf recken und verdrehen, um sie sehen zu können.

Pärchen in heiler Märchenwelt

Die Nachbarskinder Gerda und Kay auf der Bühne sind das genaue Gegenteil von ihr. Emilia Reichenbach und Mervan Ürkmez spielen sie als zwei grundsympathische Heranwachsende: ein unzertrennliches Pärchen, natürlich-herzlich und dabei so sorglos-unbekümmert, wie man es sich nur in einer heilen Märchenwelt vorstellen mag.

„Wir sitzen unterm Rosendach“, singen sie einträchtig. Und weil sie eben nur im Doppelpack zu haben sind, macht sich Gerda auch sogleich auf die Suche, als Kay von der Schneekönigin entführt worden ist.

Gerdas Reise haben Regisseur Serkan Salihoglu, Bühnenbildner Jens Burde und Puppenbauerin Vanessa Valk fantasievoll umgesetzt: Der von ihr durchquerte Fluss ist die blaue Theaterbestuhlung, über die sich Emilia Reichenbach gekonnt ihren Weg bahnt, der geheimnisvolle Blumengarten tut sich als Blätterwand vor ihr auf.

Krähen und Königin

Susanne Burkhard und Klaus Zwick, die zuvor die Schneekönigin als Stabpuppe über die Bühne geleitet haben, sind auch die witzigen Krähen. In der bonbonfarbigen Welt von Prinz und Prinzessin kann Gerda abrocken, im von vier Stelzenläufern gebildeten Wald trifft sie auf das Räubermädchen, das – wie Banafshe Hourmazdi deutlich macht – eigentlich nur geliebt werden will.

Einziger Schwachpunkt der Inszenierung ist die Befreiung Kays: Da singt Gerda nur ihr Rosenlied – und schon ist die Schneekönigin besiegt. Fazit: Insgesamt eine sehr sehenswerte Umsetzung des Märchens, die Besucher ab sechs Jahren faszinieren kann.

Termine: 3./10./17./23./ 26.12.; Karten: Tel. (0208) 8578184.
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