Schockierende Ergebnisse bei der U18-Wahl

NPD: 5,2 Prozent

Mit einem teilweise erschreckendem Ergebnis endet die erste flächendeckende U18-Wahl in Bochum. Bei einer offiziellen Wahl wäre die NPD mit über 5 Prozent in den Bundestag eingezogen. Der Organisator der Jugendwahl ist schockiert.

BOCHUM

von Von Friederike Mang

, 16.09.2013, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Jugendlichen im Land haben bereits gewählt - in Bochum mit teils erschreckenden Erkenntnissen.

Die Jugendlichen im Land haben bereits gewählt - in Bochum mit teils erschreckenden Erkenntnissen.

In zwei Schulen wurde die NPD verstärkt gewählt. Dort erreichte sie einen Prozentanteil im zweistelligen Bereich. Welches die betroffenen Schulen sind, bleibt geheim. Vor der Wahl wurde vereinbart, dass keine Einzelergebnisse veröffentlicht werden. Auch sei im Vorfeld niemand davon ausgegangen, dass die NPD an diesen Schulen derartig viele Stimmen erreicht. „Beide Schulen engagieren sich gegen Rechtsextremismus“, teilte Geers dieser Zeitung mit.Nun werden Schulen und Jugendring die Wahl intensiv aufarbeiten. „Wir nehmen das Ergebnis sehr ernst“, sagt Geers. Er plant die antirassistische Arbeit auszubauen. Von jugendlichen Streichen oder Protest sei in diesem Umfang nicht auszugehen. „Wir müssen die Jugendlichen detaillierter aufklären“, sagt Geers. „Erklären, welche gefährlichen Ziele diese Partei verfolgt.“

Ob das Wahlergebnis nun als Vorbote für einen Auftrieb der NPD gedeutet werden kann, hält Geers für fraglich. Auch die Piratenpartei tauchte bei früheren U18-Wahlen mit höheren Prozentzahlen auf, bevor sie auf Bundesebene bekannt wurden. Doch die Piraten seien ein eigenes Phänomen. „Sie sprechen Themen an, die Jugendliche besonders beschäftigten“, erklärt Geers. Das wäre mit der NPD nicht vergleichbar. Nun soll geprüft werden, wie es dazu kommen konnte, dass die NPD wieder vermehrt Anhang in der Jugend findet.

Ebenfalls auffällig ist der hohe Anteil an ungültigen Stimmen. Im Wahlkreis 140 wurden 71 ungültige Stimmen – das sind 2,7 Prozent – gezählt, obwohl einige Schulen ungültige Wahlscheine versehentlich nicht mitzählten. Rolf Geers hält diese Stimmen für ein politisches Statement der Jugendlichen: „Die Politik sollte sich Gedanken machen, warum sich junge Menschen von ihr nicht angesprochen fühlen“ Die anderen Parteien schnitten wie folgt ab:  

  • Die SPD geht mit 35,9 Prozent als klarer Gewinner hervor
  • Die CDU ist zweitstärkste Partei mit 19,3 Prozent
  • Die Grünen erreichen 12,9 Prozent, Piraten 10,8 und Die Linke 8 Prozent
  • Nicht im Bundestag vertreten wäre die FDP mit 3,3 Prozent der Stimmen