Schöne Scheinwelten mit Mona Lisa und Nofretete

Gasometer Oberhausen

OBERHAUSEN. Schönheit. Für jeden Menschen bedeutet dieses Wort etwas anderes. Unterschiedlichen Blickwinkel auf die Schönheit ziehen sich durch die Kunstgeschichte. Die Ausstellung "Der schöne Schein" im Gasometer zeigt 150 Bilder und Skulpturen der vergangenen Epochen in großformatigen Fotografien, Reproduktionen und Abgüssen.

10.04.2014, 18:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sobald der Besucher die unterste Ebene betritt, öffnet sich ihm ein spektakulärer Blick. Scheinbar schwebend verteilen die Werke sich in dem runden Raum, je nach Blickwinkel ergeben sich andere Kompositionen. Denn die Bilder und Skulpturen sind nicht voneinander durch Wände oder Absperrungen getrennt.

Labyrinth aus Streben

In der zweiten Ebene, die laut Ausstellungskurator Prof. Peter Pachnicke zum ersten Mal bespielt wird, wird das Zusammenspiel aus Kunst und Architektur noch deutlicher. Die Stahlstreben lassen den Raum zu einem Labyrinth werden, durchschneiden von einem Standpunkt ein Werk optisch, umrahmen es von einem anderen.

Louvre und Uffizien in Oberhausen

"Um diese Sammlung zu sehen, müssen Besucher nicht in den Louvre reisen oder die Uffizien in Florenz besichtigen. Wir haben sie im Gasometer vereint", so Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin des Gasometers. Die Schönheit habe viele Gesichter: betörend, verführerisch, strahlend, aber ebenso erschreckend und grausam. Daher unterteilt sich die Schau in verschiedene Bereiche, denen die Kunstwerke thematische zugeordnet sind.

Goldenes Zeitalter So geht es etwa um den Wunsch des Menschen nach paradiesischen Zuständen in einem "Goldenen Zeitalter" oder die "Erhabenheit der Natur". Genauso wird aber die andere Seite der Schönheit gezeigt, wenn die "Verklärung des Todes" oder die "Schönheit des Schreckens" ins Zentrum rückt. Und natürlich gibt es auch Abbildungen klassischer Schönheiten ihrer Zeit wie Nofretete als Büstenabguss oder Greta Garbo als Fotografie.

Kollektives Bildgedächtnis

Und Besucher, ob Kunstkenner oder nicht, werden feststellen, dass ihnen vieles bekannt ist. "Die Stücke, die wir zeigen, haben sich im Laufe der Kulturgeschichte in unser kollektives Bildgedächtnis gebrannt", so Pachnicke. Es sind Werke, von denen man viele einfach kennt. Bestes Beispiel: die Mona Lisa. So sei ein "imaginäres Museum" entstanden, das große Kunst miteinander vereine. Auf diese Weise zeige sich die Vielfältigkeit des Schönheitsbegriffes. Jeder nimmt Schönheit halt anders wahr.