Schrille Kunst im Kubus auf Zollverein

Contemporary Art Ruhr

Knallig bunte Perücken, dazu Lollis und Klebebrause - "das sieht nach einem von diesen ekeligen Mädchenabenden aus", sagt Franziska Lindhorst, die sich selbst in ihren Fotografien inszeniert - zusammen mit Puppenköpfen. Lindhorsts Werke sind nur einige von vielen verrückten Ideen, die an diesem Wochenende auf der Kunstmesse "Contemporary Art Ruhr" in Essen zu sehen sind.

ESSEN

, 29.05.2015, 15:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Kunstschau im Sanaa-Gebäude auf dem Gelände der Zeche Zollverein will jungen Künstlern aus der Region eine Plattform bieten - und den einen oder anderen Verkauf anregen.

Mindestens 4000 Euro sind die Motive des Dortmunders André Chi Sing Yuen wert. Der 43-Jährige stellt seine Fotocollagen weltweit aus und hat damit schon das ein oder andere Milliönchen verdient, wie er selbst zugibt. "In Essen kehre ich an meine alte Wirkungsstätte zurück", sagt Yuen, der an der Folkwang Universität seine Kunstfertigkeiten erlernte.

Günstige Stände

Um das große Geld geht es den Veranstaltern der Messe allerdings nicht. 1200 Euro kostet ein Ausstellungsstand - Peanuts im Vergleich zu anderen Messen. Ohne Verkaufsdruck können die jungen Künstler ans Werk gehen und selbst gewagte Avantgarde-Kunst zeigen.

Das Projekt "Free the moon" ist so etwas Gewagtes. Lena Skrabs sammelt zehn Milliarden Euro für einen Flug zum Mond. Nur Spaß? "Die Sache ist mir todernst", sagt sie und verweist auf die ersten 10000 Euro, die seit März eingegangen sind. Das Projekt sei eine "poetische Mission" - was auch immer sie damit meinen mag.

Poetische Fotowerke

Poetisch sind zumindest die vielen Fotowerke von Künstlern aus der Region, auf die die Messe in ihrem neunten Jahr den Fokus setzt. Veranstalterin Silvia Sonnenschmidt: "Das Projekt spiegelt die Mentalität der Region wieder."

Contemporary Art Ruhr, Kunstmesse & Foto-Special, Sanaa-Gebäude, Welterbe Zollverein,Gelsenkirchener Str. 209 in Essen, bis 31. Mai, Sa und So 11-19 Uhr.