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Schüler lernen, Cybermobbing aus dem Weg zu gehen

Pilotprojekt „Firewall Live“

Eine abfällige Bemerkung im Chatroom, ein peinliches Video auf Youtube oder die Verbreitung eines Gerüchts via Facebook. Das so genannte „Cybermobbing“ hat viele Gesichter und tritt verstärkt unter Schulkindern auf. Mit dem Projekt „Firewall Live“ wollen die Knappschaft und der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) dem Mobbing im Internet entgegenwirken.

BOCHUM

von von Sebastian Arndt

, 04.12.2012
Schüler lernen, Cybermobbing aus dem Weg zu gehen

In einem neuen Pilotprojekt lernen Schüler, sich gegen Cyber-Mobbing zur Wehr zu setzen.

Trug man Hänseleien und Streiche früher im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof aus, verlagern sich die Streitplätze der Schüler heutzutage zunehmend ins Internet. In Deutschland ist bereits jedes dritte Kind einmal Opfer von diffamierenden Handlungen im Internet geworden.

Einmal im Netz gelandet, sind Mobbingaktionen praktisch für jedermann und auf Dauer sichtbar. Die öffentliche Demütigung führt in vielen Fällen zu „gesundheitlichen und psychischen Problemen – im Extremfall sogar zum Suizid“, so die Geschäftsführerin der Knappschaft, Bettina am Orde. So weit soll es nach Meinung von am Orde gar nicht erst kommen. Im Projekt „Firewall Live“, ein Name, der sinnbildlich für den Schutz im Internet steht, setzt man daher voll auf Prävention. „Wir wollen den Folgen eines unvorsichtigen Internetzugangs vorbeugen, aber ohne erhobenen Zeigefinger und soziale Netzwerke zu verteufeln“, so am Orde.

Mit abschreckenden Filmen, Präsentationen, und Ratespielen halten Medienpädagogen des DKSB Schülern der Klassen sechs bis acht vor Augen, welche Risiken es im Internet gibt und wie man sich dort sicher bewegt. Dazu gehören Tipps, um die Privatsphäre in sozialen Netzwerken zu schützen und Anweisungen im Falle einer Mobbing-Attacke. Zum Ende der Schulung unterschreiben die Schüler einen Klassenvertrag, in dem sie sich verpflichten, Verhaltensregeln im Internet einzuhalten. Eine Regel lautet: „Ich schreibe keine Nachrichten, die mich selbst traurig oder wütend machen.“

Das Pilotprojekt „Firewall Live“ startet zunächst an fünf Schulen in NRW, darunter die Heinrich-Böll- und die Willy-Brandt-Gesamtschule aus Bochum. Insgesamt werden damit 20 Klassen und 300 Schüler erreicht. Über die Gruppendynamik erhoffen sich die Projektmitarbeiter einen Schneeballeffekt, von dem weitere Schüler profitieren sollen. Die Projektkosten von 30.000 Euro trägt die Knappschaft.