Schüler sammelten Wünsche aus aller Welt

Projekt der Schule an der Froschlake

Post aus der ganzen Welt kam in den vergangenen Monaten in der Schule an der Froschlake in Marten an. Der Inhalt: "Reisende Wünsche" von Jugendlichen aus vielen verschiedenen Ländern. "Travelling Wishes" ist auch der Titel der Ausstellung der Schule, die am Mittwoch im Dietrich-Keuning-Haus eröffnet hat – als Ergebnis eines ungewöhnlichen Projekts.

MARTEN

, 09.02.2017, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schüler sammelten Wünsche aus aller Welt

Viel Lob gab es für Schülerinnen und Schüler der Schule an der Froschlake und die Organisatorinnen der Ausstellung von Martina Raddatz-Nowack (l.) und Schulamtsdirektor Peter Rieger.

Es geht zurück auf eine Aktion der kanadischen Künstlerin Candy Chang. Sie hatte auf einer Hauswand in New Orleans Wünsche von Menschen gesammelt, die den Satz "Before I die I want to …" ("Bevor ich sterbe, möchte ich noch …") vervollständigen sollten.

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 10 der Schule an der Froschlake übernahmen die Idee. Seit Oktober 2014 schickten sie Blanko-Postkarten an Verwandte und Bekannte und an im Internet ausfindig gemachten Schulen in verschiedenen Ländern – mit der Bitte an ihre Altergenossen, ihre Wünsche aufzuschreiben. Schon wenigen Wochen später kamen die ersten 20 Karten zurück – aus dem fernen Bhutan. Und es folgten viele weitere aus rund 20 Ländern – von Kanada bis Kenia, von China bis Japan und von Israel bis Südafrika.

Präsentation im Keuning-Haus

Sie werden jetzt im Dietrich-Keuning-Haus in der Nordstadt eindrucksvoll präsentiert – aufgehängt an Leinen oder einen kunstvoll gestalteten "Baum", an Stellwänden oder – teilweise stark vergrößert – in Bilderrahmen. Dazu gibt es interessante Informationen aus den Herkunftsländern. Und die helfen durchaus, die Wünsche einzuordnen, die sehr unterschiedlich ausfallen. Während sich Lukas (12) aus Deutschland wünscht, auf der "schnellsten Achterbahn der Welt zu fahren" und Saila (16) aus Paraguay tanzen will "wie Michael Jackson", möchte Shevit (17) aus Eritrea in Afrika schlicht zur Schule gehen.

Ähnlich zum Nachdenken angeregt haben die Martener Schüler die Postkarten aus Dortmunds israelischer Partnerstadt Netanya oder die Wünsche junger Flüchtlinge, die nun in Dortmund leben. Wenn sich ein 15-Jähriger wünscht, noch einmal im Leben seine Mutter zu sehen, merke man, dass es im Leben nicht um tolle Handys oder anderen Luxus geht, stellten die Schüler fest.

Fünf Kategorien

Generell haben die Ausstellungsmacher die Postkarten in fünf Kategorien aufgeteilt – von Menschlichkeit und soziales Engagement sowie Familie und Liebe über Freiheitsträume und Berufswünsche bis zu Reisen. Jede Postkarte ist zudem ein Unikat durch besondere Briefmarken, kleine Zeichnungen oder die Handschrift – wobei dabei besonders die Karten aus China mit ihrer schönen Schrift beeindruckt haben, wie die stellvertretende Schulleiterin Anke Schulte bei der Ausstellungseröffnung feststellte.

Dort gab es nicht nur großes Interesse an dem Projekt, sondern auch viel Lob. Schwer beeindruckt und begeistert zeigten sich etwa Schulamtsdirektor Peter Rieger und die Leiterin des Schulverwaltungsamtes Martina Raddatz-Nowack. Sie wünscht sich, dass die Ausstellung 2auch die Neugier und das Interesse vieler anderer Schulen weckt".

Die Ausstellung "Travelling wishes – Wünsche reisen um die Welt" der Schule an der Froschlake ist bis zum 8. März im Dietrich-Keuning-Haus an der Leopoldstraße 50 in der Nordstadt zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos zum Projekt unter 

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