Schüler soll Lehrerin brutal missbraucht haben

Prozess in Bochum

Erst gab es Sekt, dann wurde es gefährlich und brutal: Vor dem Bochumer Landgericht hat ein Vergewaltigungs-Prozess gegen einen Kollegschüler aus Herne begonnen. Der 24-Jährige soll bei einem nächtlichen Tête-à-Tête über eine 33 Jahre ältere Lehrerin hergefallen sein.

BOCHUM

11.05.2017, 16:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schüler soll Lehrerin brutal missbraucht haben

Das Landgericht in Bochum. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Es begann mit einem Kirmes-Flirt und endete mit Blut, Scherben und einer eingetreten Wohnungstür: Die 57-jährige Pädagogin war am Abend des 8. August 2016 mit einer Freundin über die Cranger Kirmes gebummelt. Zu vorgerückter Stunde hatte sie es sich noch alleine in einer Kneipe bequem gemacht. Später war sie gemeinsam mit dem deutlich jüngeren Angeklagten in einem Taxi zu ihrer Wohnung gefahren.

Der Mann soll die Lehrerin gewürgt haben: "Ich hatte Todesangst"

Was dann genau passiert ist, ist unklar. Dass sie den Angeklagten überhaupt mit zu sich nach Hause genommen hat, bereut die 57-Jährige heute sehr: „Ich war naiv und habe mich bequatschen lassen.“ Kaum habe man auf der Couch gesessen und mit Sekt angestoßen, sei der Angeklagte plötzlich über sie hergefallen, habe sie sexuell gedemütigt, gewürgt und immer wieder brutal ins Gesicht geschlagen. „Ich hatte Todesangst“, erinnerte sie sich am Donnerstag im Zeugenstand. Nachdem die 57-Jährige die Polizei alarmiert hatte, soll der Angeklagte gedroht haben: „Du kommst hier nicht mehr lebend raus. Ich schlage dich tot.“ Am Ende hatten Polizeibeamte die Wohnungstür der Lehrerin eingetreten.

Angeblich wünschte die Frau sich, geschlagen zu werden: "Sie wollte das so"

Der Angeklagte (damals 1,6 Promille) dagegen beteuerte vehement, damals nur die Wünsche der Lehrerin erfüllt zu haben. Auch versicherte er, dass es sogar zum Geschlechtsverkehr gekommen sei – was die Pädagogin vor Gericht jedoch bestritt. „Ich sollte sie würgen, bespucken, beschimpfen und ihr ins Gesicht klatschen“, sagte der 24-Jährige. „Sie wollte das so.“ Warum die 57-Jährige am Ende „so hysterisch“ geworden sei, kann der Angeklagte sich nicht erklären.

Die Anklage lautet auf versuchte Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung. Für den Prozess haben die Richter noch Verhandlungstage bis zum 19. Mai anberaumt.

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