Schürener machen Frühstücksbrötchen aus Bier-Rest

Treberbrötchen

Es ist eines der ungewöhnlichsten Frühstücksbrötchen der Stadt: In einer Schürerer Bäckerei finden Brau- und Backkunst zusammen. Heraus kommen Treberbrötchen. Wir erklären, wie sie entstehen.

SCHÜREN

, 29.12.2015, 18:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schürener machen Frühstücksbrötchen aus Bier-Rest

Gerd Michels (l.) und Tim Kortüm (r.) zeigen ihren ganzen Stolz: die Treberbrötchen

Gerd Michels aus Schüren ist seit 45 Jahren Brauer und Mälzer. Seit seiner Lehrzeit, die 1970 begann, arbeitet er mit einer knappen Handvoll natürlicher Materialien – und macht Bier daraus. Neben dem äußerst beliebten Getränk bleibt „ein hochwertiges Brauerei-Nebenprodukt“, wie Michels es nennt, übrig: der Treber.

Ausgelaugtes Malz ohne Alkohol

Treber ist das ausgelaugte Malz, es enthält keinen Alkohol. Malz wird aus Braugerste oder auch anderen Getreidesorten gewonnen und hat entscheidenden Einfluss auf Geschmack und Aroma des späteren Bieres. „Früher fielen in den großen Brauereien riesige Mengen Treber an. Die Dortmunder Actien-Brauerei (DAB) hatte eine eigene Mälzerei.

„In einem weißen Silowagen wurde damals die Gerste vom Dortmunder Hafen zum DAB-Gelände gefahren“, erinnert sich Michels. Die Aufschrift auf dem Wagen: „Vom Bauer zum Brauer“.

Seit 1988 arbeitet Michels in verschiedenen Gasthaus-Brauereien in Dortmund, Bochum oder Recklinghausen. Derzeit braut er in der Lindenbrauerei in Unna. Auch dort fällt Treber an, wenn auch in kleinen Mengen. „Ich wollte, dass dieses hochwertige Produkt ein schönes neues, warmes ‚Zuhause‘ bekommt“, lächelt der Schürener Meisterbrauer.

Junger Bäckermeister entwickelt Rezept

Also sprach er Tim Kortüm, Chef vom „Schürener Backparadies“ an. Der junge Bäckermeister führt seine Bäckerei seit 2010 in zweiter Generation und ist für neue Produkte immer offen. „Ich habe ein Rezept erarbeitet. Herausgekommen ist ein Weizenmischbrötchen aus Mehrkornteig mit Treber“, sagt der 32-Jährige. Gerstenmalz, Leinsaat, Roggen- und Weizenschrot, Sesam, Kürbis- und Sonnenblumenkerne und eben der Treber stecken in dem neuen Brötchen, dass Kortüms Team nun anbietet.

Zuerst war es rund, in den Verkauf geht nun ein „ovales Brötchen mit Ausbund“, also einem Schnitt obendrauf. „Das ist ein gesundes Brötchen, sehr ballaststoffreich und mit viel Eiweiß“, sagt Kortüm, der jeweils weit über zwanzig Brot- sowie Brötchensorten im Angebot hat. Nicht nur Biertrinkern wird das Treberbrötchen mit Geschichte sicher munden.

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